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Krafttraining fördert die Beweglichkeit

Saarbrücken/Bonn Nur für Muskelprotze? Von wegen! Mediziner und Sportwissenschaftler empfehlen Krafttraining mittlerweile immer häufiger auch für Freizeitsportler - zum Beispiel als Mittel gegen Rückenschmerzen.

«Mit einem moderaten, gesundheitsorientierten Training kann jeder Mensch gleich welchen Alters oder Geschlechts seine Körperkraft steigern beziehungsweise den Kraftverlust im Alter ausgleichen», sagt Christoph Eifler von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken. Die Furcht, in kurzer Zeit ungewollt Muskelberge wie ein Bodybuilder zu bekommen, sei unbegründet - dafür ist jahrelanges Training und hochspezifische Ernährung nötig.

«Jede Bewegung ist besser als keine» , sagt auch Ray Zipter vom Deutschen Fitness und Aerobic Verband (DFAV) in Bonn. Mit der Fitness verhalte es sich wie mit dem Zähneputzen: «Das ist auch täglich gut.» Wer gesundbleiben und zum Beispiel Osteoporose vorbeugen wolle, liege mit Krafttraining genau richtig.

Vor Trainingsbeginn sollte ein Arzt die Sporttauglichkeit überprüfen - das gilt vor allem für Sportanfänger und Wiedereinsteiger. «Besonders Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten auf die richtige Dosierung des Trainings achten», empfiehlt der Sportwissenschaftler Gunther Kurz von der Universität Karlsruhe. In guten Fitnessstudios könne entsprechend geschultes Personal die individuelle Intensität festlegen.

Gute Studios machen bei Neukunden einen Eingangs-Check, um zu erfahren, ob und welche Beschwerden vorliegen und wo Verbesserungen gewünscht werden. Außerdem bieten sie eine Probestunde an. «Ein Fitnesstrainer sollte immer vor Ort sein, um Fragen zu beantworten wie 'Was kann ich machen, um...?' oder 'Trainiere ich an diesem Gerät richtig?'», sagt Zipter.

«Wenn Sie Ihren Körper richtig trainieren, das heißt weder unterfordern noch überlasten, reagiert er mit Anpassungen», sagt Diplom-Sportlehrer Eifler. Mit zunehmenden Training können daher zum Beispiel die Gewichte erhöht werden. Allerdings: «Wichtiger als schweres oder langes Training ist regelmäßiges Training.»

Wer sich auch zu Hause kräftigen möchte, lässt sich im Studio am besten alternative Kraftübungen ohne Geräte zeigen. «Besonders Stabilisationsübungen für Rumpf, Rücken und Bauch eignen sich gut für die 'Heimarbeit'», sagt Sportwissenschaftler Kurz. Liegestützen in jeglicher Variation hält er für sinnvoll. Stehend gegen die Wand sei zum Beispiel nicht so schwer wie die klassische Version am Boden. Oder ausgehend von der normalen Liegestütz-Haltung stützt sich der Sportler auf die Unterarme und hebt abwechselnd ein Bein an.

Bei einer anderen Übung, die Kurz empfiehlt, kniet man auf allen Vieren am Boden und hebt den linken Arm und das rechte Bein an. Nach kurzem Verharren werden die Seiten gewechselt. Ausreden, dass all das viel zu viel Zeit erfordere, gelten nicht: Schließlich lässt es sich auch abends vor dem Fernseher üben - das ist allemal besser, als nur faul auf der Couch zu liegen. Von Nina C. Zimmermann, dpa

dpa-infocom


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