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Feuer im Hals: Wenn Sodbrennen den Genuss verdirbt

Berlin Gerade noch hat das Essen geschmeckt.

Doch auf einmal kommt ein aufsteigender, brennender Schmerz hinter dem Brustbein, dazu saures Aufstoßen und Völlegefühl.

«Das sind die typischen Symptome von Sodbrennen», sagt Prof. Herbert Koop, Chefarzt der Gastroenterologie am Helios-Klinikum in Berlin-Buch. Manche Patienten klagen zudem über Übelkeit, Schweißausbrüche oder beschleunigten Puls. Etwa jeder vierte Deutsche leidet immer mal wieder daran - vor allem an Festtagen wie beispielsweise Weihnachten.

Die Beschwerden entstehen, wenn saurer Mageninhalt in die Speiseröhre aufsteigt. Ein wichtiger Bestandteil des Magensaftes ist hochkonzentrierte Salzsäure. Der Magen selbst ist gegen diesen aggressiven Verdauungssaft mit Schutzmechanismen ausgestattet, die Speiseröhre jedoch nicht. Ist nun der ringförmige Schließmuskel am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen geschwächt, gleite der saure Mageninhalt die Speiseröhre hinauf und reize deren empfindliche Schleimhaut, erklärt Koop.

Die Auslöser sind vielfältig: Einzelne Magenerkrankungen schwächen das Binde- oder Muskelgewebe. Medikamente lassen den Schließmuskel erschlaffen. Stress kann ebenfalls eine Rolle spielen. «Auch Schwangerschaft erhöht das Risiko von Sodbrennen: Das Baby drückt auf den Magen und den Schließmuskel», sagt Prof. Jürgen Riemann, Vorsitzender der Gastro-Liga in Ludwigshafen.

Ähnlich drückt auch ein mit einem Festtagsmenü prall gefüllter Magen. «Trotz der Feiertage sollte deshalb bei der Menge der Speisen Maß gehalten werden», sagt Riemann. Er empfiehlt, möglichst mehrere kleinere Mahlzeiten statt weniger großer einzunehmen. Nach dem Essen sollte man sich nicht direkt hinlegen. «Stattdessen tut Bewegung gut: Sie lässt den Mageninhalt rutschen.»

Außerdem kommt es darauf an , was gegessen wird: «Es gibt eine ganze Reihe von Lebens- und Genussmitteln, die Sodbrennen hervorrufen können», sagt Harald Seitz, Ökotrophologe beim Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn. Dazu gehören scharf gewürzte, stark angebratene und stark frittierte Speisen sowie besonders fette Speisen in Kombination mit Süßem.

Um das zu verdauen, produziert der Magen besonders viel Säure. Auch Alkohol und Nikotin fördern Sodbrennen: Sie wirken entspannend - auch auf den Magenschließmuskel. Und sie regen die Säureproduktion im Magen an. «Besonders Rotwein mit einem hohen Gehalt an Gerbsäure erhöht das Risiko, unter Sodbrennen zu leiden», warnt Seitz.

Wer bei großen Festessen regelmäßig an Säureattacken leidet, vermeidet solche Risikofaktoren am besten. Betroffene können sich auch mit Säureblockern, sogenannten H2-Blockern, über die Festtage helfen. «Sie werden am besten bereits zwei bis drei Tage vorher, und zwar morgens, eingenommen», sagt Riemann.

Akutes Sodbrennen lässt sich meist einfach lindern: Flüssigkeit verdünnt die Magensäure und spült sie aus. Wasser, Kräuter- und Früchtetee sind ideal. Viele Menschen schwören auf Mandeln oder Nüsse, die zu einem Brei gekaut und dann geschluckt werden. Auch rezeptfreie Medikamente, sogenannte Antiazida, können helfen.

Eine Dauerlösung ist all das nicht. «Wer mehrmals die Woche oder gar täglich unter Sodbrennen leidet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen und abklären lassen, ob er unter chronischer Reflux-Krankheit leidet», rät Gastroenterologe Koop. Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut, Schädigungen der Atemwege und des Zahnschmelzes bis hin zu Krebs sind mögliche Folgen. Erste Hilfe gegen Sodbrennen Akutes Sodbrennen lässt sich meist mit einfachen Hausmitteln zumindest lindern: Flüssigkeit verdünnt die Magensäure und spült sie aus. Wasser, Kräuter- und Früchtetee sowie Milch sind ideal. Viele Menschen schwören auf Mandeln oder Nüsse, die zu einem Brei gekaut und dann geschluckt werden. Auch rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke können helfen. «Gegen sogenannte Antiazida als kurzfristige, sporadische Hilfsmittel ist nichts zu sagen: Sie binden oder neutralisieren die Säure auf chemische Weise direkt nach der Einnahme», sagt der Gastroenterologe Herbert Koop. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom


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