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Bei Fehlstellungen: Orthopädische Einlagen im Schuh

Saarbrücken (dpa/tmn) Spreizfuß oder Senkfuß, Plattfuß, O-Beine oder schiefer Gang - bei Fehlstellungen und Fehlbelastungen der Füße oder Wirbelsäule helfen orthopädische Schuheinlagen.

«Sie können sowohl stützend als auch korrigierend wirken, so dass Muskeln, Bänder und Gelenke normal belastet werden», sagt Thomas Pauly, Vorstand des Deutschen Orthopäden-Verbands (DOV) in Saarbrücken. Voraussetzung sei aber, dass die maßgeschneiderte Einlage optimal sitzt.

Während früher sehr schnell Einlagen verordnet wurden, sind die Fachärzte mittlerweile deutlich zurückhaltender. «Jede Einlage bewirkt auch zu einem gewissen Grad eine Entlastung und damit eine Schwächung der Muskulatur», erklärt Pauly. Deshalb werden vielen Erkrankungen heute zunächst mit Fußtraining therapiert. «Selbst wenn eine Einlage verordnet wird, sollte parallel dazu immer Ausgleichsgymnastik verordnet werden.»

Beim Verordnen hält der Arzt die Diagnose und Details zur Beschaffenheit der Einlage fest. Damit geht der Patient ins Sanitätshaus oder zum Orthopädieschuhtechniker. «Er misst dann den Fuß exakt aus. Dazu kommen verschiedene Verfahren wie Blauabdruck, Scan-Technik oder elektronische Fußdruckmessung zum Einsatz», sagt Werner Dierolf, Präsident des Zentralverbandes Orthopädieschuhtechnik (ZDH) in Hannover.

«Auf jeden Fall sollten die Schuhe , in denen die Einlagen vorrangig getragen werden, zum Anpassen der Hilfsmittel mitgebracht werden», rät Claudia Schulz, Sprecherin des Schuhinstituts (DSI) in Offenbach. Denn nicht jede Einlage passt in jeden Schuh. Im schmalen Schuh darf die Einlage laut Dierolf nicht auftragen, sie muss dennoch stützen und dem Fuß genügend Raum lassen. Im sportlichen Schuh ist eine besonders bequeme und festsitzende Einlage gefragt. Und der typische Arbeitsschuh braucht eine widerstandsfähige und atmungsaktive Einlage. «Viele Kunden tragen bei der Arbeit und in der Freizeit sehr unterschiedliche Schuhe und lassen sich deshalb mehrere Einlagen anfertigen», sagt Schuhorthopädietechniker Dierolf.

Die Basis für Einlagen sind Rohlinge. Sie können aus Leder, Kork oder weichen Materialien wie sogenanntem PU-Schaum bestehen. In letzter Zeit werden vermehrt Gels eingesetzt. Der Rohling wird so angepasst, dass er optimal zum Fuß und zum Schuh passt.

Die Krankenkasse zahlt den größten Teil der Einlagen - und zwar nach Bedarf. «Wenn eine Einlage kaputt ist, Veränderungen in der Erkrankung eintreten oder die Füße wachsen, können neue Einlagen verordnet werden. Feste Zeitintervalle sind hier nicht vorgeschrieben», erklärt Joachim Odenbach, Sprecher des IKK-Bundesverbandes in Bergisch-Gladbach.

Seit 2005 gelten für orthopädische Einlagen - abhängig von Material und Ausführung - bundesweit einheitliche Festbeträge. Der Patient muss eine Zuzahlung leisten: Er trägt laut Gesetz zehn Prozent der Kosten, mindestens fünf und höchstens zehn Euro.

Tatsächlich aber zahlen viele Patienten deutlich mehr. Denn die Festbeträge der Kassen liegen oft unter den Summen, die vor 2005 gezahlt wurden, so dass Sanitätshäuser und Schuhmacher heute mit derselben Einlage weniger verdienen als früher. Das gleichen viele aus, indem sie einen sogenannten Wirtschaftlichkeitsaufschlag berechnen. Den zahlt der Kunde aus eigener Tasche. IKK-Sprecher Odenbach rät Patienten daher, bei ihrer Kasse nach Werkstätten zu fragen, die keinen Aufschlag verlangen. Nicht-medizinische Schuheinlagen im Überblick - Frottee-Einlagen im Sommer: Sie saugen Schweiß auf und sind in der Maschine waschbar.

- Iso-Einlagen aus einem Warmfutter: Die Einlagen aus Wolle oder Kunstfaser sind mit einer Aluschicht überzogen und sorgen im Winter und in Gummistiefeln für wohlig-warme Füße. Dieselbe Funktion erfüllen Schaffell-Einlagen.

- Gelsohlen: Aufgrund ihrer Dämpfungseigenschaften werden sie vor allem bei Sportlern immer beliebter.

- Ledersohlen: Sie sind gefragt, wenn der Fuß zu groß für die eine und zu klein für die nächste Größe ist. Außerdem werten sie preiswerte Schuhe mit Innenleben aus Kunststoff auf. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom


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