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Vom Hund bis zum Kaninchen: Tiere für Berufstätige

Magdeburg/Bonn Ob das Kraulen eines Meerschweinchens oder das Toben mit dem Hund: Sich nach Feierabend mit einem Haustier zu beschäftigen, macht Spaß und lenkt vom alltäglichen Stress ab.

Doch weil Tiere Zuwendung brauchen und dadurch Zeit kosten, kommt für Berufstätige nicht jede Art als Mitbewohner infrage. «Entscheidend ist, wie viel Zeit die Arbeit jeden Tag in Anspruch nimmt», sagt Klaus Kutschmann, Tierarzt aus Magdeburg. Ein Job, bei dem die Wohnung pro Tag für nur drei, vier Stunden verlassen wird, lässt sich meist problemlos mit dem Halten von Tieren vereinbaren - durchaus auch von Hunden. «Bei einem Achtstundentag ist das vor allem bei Hunden aber ein großes Problem», sagt Katrin Umlauf vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. «Dann wird man den Tieren nicht gerecht.»

Zum einen geht es dabei um das regelmäßige Ausführen, das Menschen mit Ganztages-Arbeitsstelle in der Regel nicht möglich ist. Auf der anderen Seite spielt eine Rolle, dass der Hund einen Sozialpartner braucht. Bleibt das Herrchen bis in die Abendstunden weg, nimmt der Vierbeiner womöglich vor lauter Langeweile die Wohnung auseinander, warnt Katrin Umlauf.

«Ein ideales Tier für Berufstätige ist die Hauskatze», sagt Klaus Kutschmann. Man muss sie für den Tag zwar mit ein paar grundlegenden Dingen versorgen - einem Platz zum Schlafen, einem Kratzbaum, einem Katzenklo sowie reichlich Futter und Wasser. «Ansonsten machen sie aber auch viel selbst und sind nicht sehr pflegeintensiv.»

Meist können sich Katzen tagsüber gut allein beschäftigen, sagt auch Klaus Oechsner vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF) in Wiesbaden. «Man sollte allerdings schon darauf achten, dass das Tier tatsächlich mit dem Alleinsein zurecht kommt.» Besser sei es meistens, zwei Katzen zu halten - oder einer einzelnen die Möglichkeit zum Freigang zu geben. «Dabei besteht aber auch das Risiko, dass ihr beispielsweise im Straßenverkehr etwas passiert.» Eine Wohnung an einer Schnellstraße etwa wäre daher ungeeignet.

Vögel passen dagegen nicht unbedingt zum Rhythmus von Menschen, die die Woche über jeden Tag acht Stunden oder länger aus dem Haus sind. «Sie haben ihre feste Zeit, und dann schlafen sie», sagt Klaus Oechsner. «Da hat man dann nur noch kurze Zeit - vielleicht eine Stunde - etwas von ihnen.»

Besser geeignet seien dämmerungsaktive Kleinsäuger. «Dazu zählen Wüstenrennmäuse, Farbratten und Zwerghamsterarten, aber auch ausgefallenere Tiere wie Degus oder Chinchillas», erklärt der ZZF-Präsident. Sie ziehen sich tagsüber zurück und schlafen, abends kommen sie auf Touren.

Auch Meerschweinchen oder Kaninchen eignen sich als tierische Mitbewohner für Berufstätige. Haben sie einen oder sogar mehrere Artgenossen an ihrer Seite, sei der Mensch als Sozialpartner nicht mehr so wichtig, erklärt Umlauf. Selbst wenn man den Käfig mindestens zweimal pro Woche saubermachen sollte, sind Meerschweinchen und Kaninchen längst nicht so pflegeintensiv wie etwa ein Hund. Wenn der Halter von der Arbeit kommt, sollte er aber zumindest die Stalltür für den Auslauf öffnen.

Wer nichts mit pelzigen Kleintieren anfangen kann, für den sind vielleicht Fische eine Alternative. «Damit man am Abend noch etwas von den Fischen hat und sie sieht, kann man die Zeitschaltuhr für das Licht im Aquarium so stellen, dass es zehn oder maximal zwölf Stunden beleuchtet ist», sagt Klaus Oechsner. Mehr sei allerdings Quälerei für die Tiere.

Ohne jeden Aufwand sind die Becken-Bewohner zwar nicht zu haben: «Natürlich muss so ein Aquarium gut gepflegt werden», sagt Tierarzt Kutschmann. Ansonsten seien Fische aber relativ einfach zu versorgen. Eines sollte ein Berufstätiger, der sich ein Aquarium zulegen will, allerdings bedenken: Fische sind «unkommunikativ», wie es Kutschmann ausdrückt - «und sie zeigen keine Sympathien.» Wer nach anstrengenden Tagen im Büro Gesellschaft auf dem Sofa haben oder ein bisschen in der Wohnung herumtoben möchte, legt sich doch lieber eine Katze zu. Teilzeit-Haustiere Wer ganz- oder halbtägig arbeitet und trotzdem ein Tier haben möchte, braucht nicht unbedingt einen eigenen Vierbeiner: «Eine Alternative findet man oft in Tierheimen», sagt Katrin Umlauf vom Tierschutzbund. «Sie bieten an, dass man mit den Hunden Gassi gehen kann oder auch mit den Katzen schmust und spielt.» In solch einem Fall haben beide etwas davon - ohne, dass ein Tier vernachlässigt wird oder vereinsamt. Von Aliki Nassoufis, dpa

dpa-infocom


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