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2:1 für BVB im Borussen-Duell

Dortmund Borussia Mönchengladbach muss als Schlusslicht der Fußball-Bundesliga überwintern: Trotz fast einstündiger Überzahl hat die Mannschaft von Trainerfuchs Hans Meyer zum Hinrunden-Kehraus bei Borussia Dortmund eine bittere 1:2 (0:1)-Niederlage kassiert.

Vor 79 000 Zuschauern im Signal-Iduna-Park brachte Mohamed Zidan (35. Minute) mit einem Sonntagsschuss die Westfalen in Führung. Nach der Gelb-Roten Karte wegen wiederholten Foulspiels binnen vier Minuten für Tamas Hajnal (38.) ließ der eingewechselte Nuri Sahin (56.) die Dortmunder Fans erstmal aufatmen. Johannes van den Bergh sorgte zehn Minuten vor Schluss aber noch einmal für Hochspannung in dem spielerisch enttäuschenden Duell.

Letztlich hielt der BVB aber durch den Sieg im 73. Borussen-Derby mit nunmehr 29 Punkten Kontakt zu den UEFA-Cuprängen. «Klasse- Abschluss, großes Kampfspiel», freute sich BVB-Trainer Jürgen Klopp. «29 Punkte - hätte mir das einer vor vier fünf Monaten gesagt, hätte ich das blind gekauft», meinte er. Für Gladbach war es dagegen die vierte Niederlage nacheinander. Meyer nahm die Niederlage in seiner typischen Art: «Wir haben verloren, aber so selten ist das nicht.» Kollektiv-taktisch habe die Mannschaft im Winter einiges zu tun.

Von Vollgas-Fußball, den Klopp per Video vor dem Spiel den Fans angekündigt hatte, war allerdings ganz lange nichts zu sehen vom BVB. Mit reichlich Leerlauf agierten die in der ersten Halbserie daheim ungeschlagenen Hausherren. Im Sturm hingen Zidan und Alexander Frei die erste Hälfte in der Luft. Der für Felipe Santana ins Team gerückte Jakub Blaszczykowski konnte im Mittelfeld eine Halbzeit lang wenig bewegen, fiel jedoch mit einer Attacke gegen Gladbachs Tony Jantschke negativ auf (45.+3). Der Gladbacher wurde mit Verdacht auf Jochbeinbruch umgehend ins Krankenhaus gebracht.

Bis dahin hatte er seinen Beitrag zu einem guten Auftritt der Gäste geleistet, die selbstbewusst und taktisch klug auftraten. Nicht einmal das Fehlen des Gelb gesperrten Abwehrspezialisten Filip Daems konnten die Dortmunder nutzen. Schüsse aufs Tor - Mats Hummels verfehlte mit zwei Kopfballversuchen und Hajnal per Fuß aus acht Metern den Kasten in den ersten Minuten ebenso wie Gladbach Michael Bradley (10.) per Kopf - blieben Mangelware.

So fiel die Führung der Dortmunder wie aus dem Nichts: Steve Gohouri köpfte Zidan bei einem Abwehrversuch den Ball vor die Füße. Der Ägypter nahm Maß und überwand mit einem sehenswerten Schuss Gladbachs Keeper Christofer Heimeroth, der erneut den verletzten Uwe Gospodarek vertrat. «Wir lassen eine Torchance zu und der sitzt im Winkel», meinte Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl. Dass dem Treffer ein klares Handspiel von Dortmunds Tinga vorausgegangen war, sei «bitter». Zwei unnötige Fouls von Hajnal in einer nach dem Tor ruppigen Partie und die «Ampelkarte» durch Schiedsrichter Knut Kircher aus Rottenburg dezimierten die Dortmunder.

Gladbach nahm nach der Pause erst einmal das Heft in die Hand. Die Hoffnungen auf den ersten Sieg bei den Dortmundern seit dem 2:1 im April 1998 schwanden aber wieder, als Sahin zehn Minuten nach seiner Einwechslung auf Vorlage von Blaszczykowski einschoss. Mit einer Klasse-Parade hielt Dortmunds Keeper Roman Weidenfeller (65.) gegen Rob Friend noch seinen Kasten sauber, machtlos war er bei van den Bergh - und dem ersten BVB-Gegentor seit 497 Minuten (Vereinsrekord). Von Jens Marx, dpa

dpa-infocom


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