IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt

«The Women»: New Yorker Upperclass-Ladys in Not

Hamburg - Frauen im Jahr 2008 haben es weit gebracht: Deutschland hat eine Bundeskanzlerin, Hillary Clinton wird amerikanische Außenministerin - und auch mit Michelle Obama wird neuer Wind ins Weiße Haus einziehen.

Die temperamentvolle 44-Jährige ist eine engagierte Juristin, zweifache Mutter und hält mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg. Mittlerweile gibt es viele engagierte Frauen, die versuchen, beides zu haben: Kind und Karriere. Deshalb ist es umso unverständlicher, wie uns Hollywood mit «The Women - Von großen und kleinen Affären» eine altbackene und mit längst überholten Klischees überfrachtete Frauenkomödie vorsetzen kann.

Laut Pressetext soll der Film eine «filmische Verbeugung vor der modernen Frau sein und dem Einfallsreichtum, mit dem sie ihr Leben zwischen Karriere und Familie, zwischen Männern und Freundinnen, zwischen Selbstfindung und Selbstaufopferung meistert». Genau das Gegenteil ist der Fall: Die Neuverfilmung der Komödie «Die Frauen» von George Cukor aus dem Jahr 1939 scheint immer noch in den 30er Jahren zu spielen - zumindest was das Frauenbild angeht. Und über die Probleme, über die die New Yorker Upperclass-Ladys verzweifeln, können «normale» Frauen nur lachen.

Da ist zunächst die vielbeschäftigte Society-Ehefrau Mary Haines (Meg Ryan), die ihr Leben mit Mann und Tochter in einem Vorort von New York trotz Haushälterin und Au-Pair nicht auf die Reihe bekommt - zu viel Stress mit Wohltätigkeitsveranstaltungen. Ihre Freundin ist die abgeklärte Modemagazin-Chefin Sylvie (Annette Bening), die ihrer Karriere zuliebe auf ein Privatleben verzichtet und deshalb eine panische Angst hat, ihren Job zu verlieren. Die Dritte im Bunde ist Edie (Debra Messing), deren Leben sich nur um ihre vier Kinder dreht. Das Kleeblatt komplettiert die lesbische Bestseller-Autorin Alex (Jada Pinkett Smith), die das Problem mit den Männern so löst, indem sie ihnen ganz abschwört.

Zusammen machen sie - a là «Sex And The City» - Manhattan mit Shoppingtouren und Cocktail-Treffen unsicher. Aufregung kommt in die privilegierte Runde, als Sylvie von einer Kosmetikerin erfährt, dass Marys Ehemann Stephen eine Affäre mit der Parfümverkäuferin Crystal (Eva Mendes) hat. Sylvie weiht daraufhin zwar die anderen ein, Mary erfährt die Untreue jedoch aus anderer Quelle. Ihre bis dato heile Welt bricht zusammen - aber zum Glück hat sie ja mal schneidern gelernt und kann sich nun endlich als Modedesignerin verwirklichen.

Regisseurin Diane English, die auch das Drehbuch schrieb und den Film mitproduzierte, tut wenig, um die wirklichen Probleme, die die vier Frauen haben, anzusprechen. Stattdessen kratzt sie an der Oberfläche, als wenn sich das Leben von Frauen nur ums Aussehen und ums Shoppen dreht. Kein Wunder, dass die 12-jährige Tochter von Mary bereits denkt, sie wäre zu dick und Probleme mit ihrem Selbstbild hat - bei den Vorbildern! Zwar machen die Schauspielerinnen ihre Sache gut, aber angesichts des Drehbuchs haben sie keine echte Chance, ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Von Carola Große-Wilde, dpa

dpa-infocom