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Cornelia Funke bei Weltpremiere von «Tintenherz»

Berlin - Als am roten Teppich noch über die üblichen Verspätungen der Filmprominenz gesprochen wird, steht die Hauptperson längst vor den wartenden Journalisten und Fans - so als wollte der Star jede Minute des feierlichen Abends auskosten.

Zu feiern gab es für die Erfolgsautorin Cornelia Funke am Dienstagabend in Berlin genug: Die 100-Millionen-Dollar-Produktion «Tintenherz» feierte in der deutschen Hauptstadt Weltpremiere. Funke, die die Romanvorlage lieferte, präsentierte zugleich ihr Debüt als Produzentin. Und es war der Vorabend des 50. Geburtstages der «deutschen Joanne K. Rowling», wie sie in den Medien häufig genannt wird. Funkes Gesamtwerk erschien bislang in einer Auflage von rund 15 Millionen Exemplaren.

Der Vergleich mit der Harry-Potter- Erfinderin gefalle ihr, sagte die am 10. Dezember 1958 im westfälischen Dorsten geborene Autorin lächelnd. «Auch wenn der Rummel um sie natürlich noch viel größer ist». Ihre zwei Kinder und ihre Eltern begleiteten sie zur Premiere.

«Tintenherz», der erste Band der «Tintenwelt»-Trilogie, zeigt eine magische Welt der Bücher. Die Protagonisten können beim Vorlesen Romanfiguren «herauslesen» und Wirklichkeit werden lassen. In dem Werk tauchen daher Figuren aus den Grimmschen Märchen oder dem Zauberer von Oz auf. Es ist ein Feuerwerk an literarischen Zitaten.

Die Filmfiguren sind wahre Leseratten. Ist die Macht der Bücher auch im Multimedia-Zeitalter ungebrochen? Die blonde Autorin im dunklen Kostüm hält einen Moment inne, sagt dann: Der Reiz der Bücher «beweist sich doch jeden Tag. J. K. Rowling und ich und andere Autoren können uns nicht retten vor Kindern, die lesen.»

Auf dem Weg ins Kino werden die Gäste schon auf die magische Filmwelt eingestimmt: Vor einer riesigen Bücherwand werfen Jongleure Brennstäbe und einen Feuer-Reif in die Luft. Doch ein optischer Zauber, wie ihn kostümierte Harry-Potter-Fans bei Kinopremieren oder Buchpublikationen zelebrieren, kommt nicht auf. Die Premierenkulisse wirkt inmitten des adventlich beleuchteten Weihnachtsmarktes am Potsdamer Platz etwas verloren. Hauptdarsteller Brendan Fraser («Die Mumie») blickt verdutzt auf einen großen Tannenbaum: «Machen wir hier Werbung für ein Weihnachtsmärchen?», fragt er erstaunt. Leinwand-Kollege Paul Bettany («A Beautiful Mind») sieht es gelassen: «Das ist ein Familienfilm, der in diese Zeit passt.»

Nach der Premierenvorstellung lobt Funke ihren Hauptdarsteller Fraser auf der Kinobühne in den höchsten Tönen. Sie orientiere sich beim Schreiben meist an Schauspielern. «Menschen aus meiner direkten Umgebung sind mir dafür zu nah», sagt sie. Beim Schreiben von «Tintenherz» habe sie an Fraser gedacht. Dann habe sie dem US-Schauspieler ihr Buch zugeschickt. Auf der Bühne gesteht Fraser, dass er die Autorin damals gar nicht gekannt habe. Nach einer «Google»-Recherche sei er aber begeistert gewesen.

Der Engländer Bettany, der den Gaukler Staubfinger spielt, brauchte etwas länger, bis er dem Funke-Zauber erlag. Zwar kannte er «Tintenherz», da sein Sohn das Buch gerade las, als das Rollenangebot kam. Doch Bettany sei bei ihrem Anruf merkwürdig still gewesen, erzählt Funke. Das musste der 37-Jährige dem Publikum erklären. «Ich wusste schließlich nicht, ob Staubfinger irgendwann Frauenkleider oder sowas tragen muss», sagt der Engländer amüsiert.

Teil zwei und drei, also «Tintenblut» und «Tintentod», sind als Leinwandversionen schon geplant. «Ob sie wirklich verfilmt werden, hängt vom Einspielergebnis des ersten Teils ab», erklärte Regisseur und Prodzent Iain Softley. Und ob Funkes «Tintenwelt» überhaupt ein Dreiteiler bleibt, ist noch nicht geklärt. «Mir ist ja einer meiner Schurken davongekommen, sowas passiert manchmal beim Schreiben», sagte Funke dem dpa-Audiodienst. Nun sehe sie «das Potenzial» für einen vierten «Tintenwelt»-Roman. Sie müsse «wahrscheinlich irgendwann rausfinden», was aus dem Schurken geworden sei.

www.tintenherz-derfilm.de

dpa-infocom