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Deutsche Suchmaschine WeFind fordert Google heraus

Berlin «Ich weiß, es klingt verwegen, aber wir fordern tatsächlich Google heraus.» Helmut Hoffer von Ankershoffen, Initiator und Chef der Berliner WeFind AG, ist sich der Dimension seines Zieles durchaus bewusst.

«Google verfügt über einen Investitionsetat, der unseren um Größenordnungen übersteigt. Wir sind klar der Underdog, haben aber auch nichts zu verlieren.» WeFind möchte Usern im deutschsprachigen Web eine «intelligente Suche in Spezialgebieten» ermöglichen und dabei die Ergebnisse übersichtlicher darstellen als der Branchen-Goliath aus Kalifornien.

Helmut Hoffer von Ankershoffen ist kein Neuling im Suchmaschinengeschäft. 1997 baute er als Softwarearchitekt die Suchmaschinen Fireball und Paperball mit auf. Ein Jahr später gründete mit Partnern die Neofonie GmbH. Die Technologie, die dort entwickelt wurde, bildet nun das Fundament von WeFind. «Da stecken 120 Entwicklerjahre an Arbeit drin», sagt der Neofonie-Geschäftsführer. Für ein «Verfahren zur Relevanzbewertung bei der Indexierung von Hypertext-Dokumenten mittels Suchmaschine» erhielt Hoffer von Ankershoffen im Jahr 2000 zusammen mit drei Kollegen ein Patent zugesprochen.

Im Gegensatz zu Google baut WeFind keinen riesigen Index möglichst vieler Seiten im Web auf, sondern fokussiert sich beim eigenen Index auf die Themenbereiche Nachrichten, Blogs, Wikipedia und Communities. Im Januar 2009 wird außerdem eine Personensuche eingeführt. Bei Suchen im World Wide Web greift WeFind auf den Web-Index von Yahoo! zurück. Betreffen die Suchanfragen medizinische Themen, nutzt WeFind den Katalog des Spezialportals Docinsider.de, Büchersuchen landen letztlich bei Amazon.

Wenn ein Anwender eine Suchabfrage bei WeFind absetzt, ermittelt das System zunächst automatisch das inhaltliche Thema der Suche und gibt die gefundenen Treffer nach «Spezialgebieten» sortiert aus. Dabei registriert das System auch anhand der Internet-Adresse des Anwenders (IP-Adresse), aus welcher Region die Anfrage stammt. Damit können beispielsweise bei einer Suche nach dem Begriff «Masern» nicht nur Artikel als Ergebnis geliefert werden, in denen die Krankheit erläutert wird. Vielmehr erhalten die User auch eine Liste der Kinderärzte aus der Umgebung, die aus der Datenbank von Docinsinder.de stammt.

Technisch habe man die Herausforderung, eine attraktive Alternative zu Google zu bieten, eigentlich schon gelöst, sagt Hoffer von Ankershoffen. «Das Hauptproblem spielt sich in den Köpfen der Anwender ab.» Er ertappe sich selbst häufiger dabei, aus Bequemlichkeit und Gewöhnung bei Google zu suchen. Außerdem sei Google in vielen Browsern und auf unzähligen Websites als Kooperationspartner fest verankert.

Um auf dem deutschen Markt sichtbarer zu werden, will WeFind ein eigenes Kooperationsgeschäft vorantreiben. Möglicher Partner ist beispielsweise die Verlagsgesellschaft Madsack aus Hannover, die zu zehn Prozent an der WeFind AG beteiligt ist. «Die Verlage in Deutschland sollten ein Interesse daran haben, dass eine Alternative zu Google existiert», sagt Geschäftsführer Andreas Arntzen. Vor diesem Hintergrund erwäge Madsack, WeFind auf den eigenen Websites und im mobilen Internet einzusetzen. WeFind bietet unter anderem auch eine Suchanwendung für das iPhone von Apple an.

Beim Geschäftsmodell verfolgt WeFind einen traditionellen Ansatz. Das Gros der Einnahmen soll aus der Werbung stammen, die im Umfeld von WeFind zu sehen sein wird. Die Suchmaschine kann aber auch Provisionen erlösen, wenn beispielsweise eine Suche nach Buchtitel zu einem Einkauf bei Amazon führt. Der Werbepartner steht noch nicht fest. Derzeit liefen Gespräche über den Einstieg weiterer Partner in die WeFind AG, sagt Hoffer von Ankershoffen. «Vermutlich wird über diesen neuen Partner dann die Vermarktung laufen.»

dpa-infocom


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