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Geschenkte Sicherheit: Geld und Policen unterm Baum

Hamburg/Düsseldorf Ob Führerschein, Studium oder Berufsunfähigkeitsversicherung: Das Leben der Kinder wird noch teuer genug - oft früher, als Eltern oder Paten denken.

Ein Abschluss beim Versicherer, der Bank oder Fondsgesellschaft ist zu Weihnachten ab einem bestimmten Alter deshalb langfristig sinnvoller als ein Verlegenheitsgeschenk, das nur durch seine goldene Schleife beeindruckt. Viele Produkte scheiden für diesen Zweck aber auch aus.

Ausbildungsversicherungen stehen laut dem Bund der Versicherten (BdV) in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg ganz oben auf der Liste der vermeintlich sinnvollen Geschenke. «Das lohnt sich aber gar nicht», sagt Thorsten Rudnik. «Das sind nichts anderes als Kapitallebensversicherungen», und von diesen rate der BdV grundsätzlich ab, weil der Risikoanteil vom eingezahlten Sparbetrag abgeht. Und das behindere das angestrebte Sparen.

«Versicherung und Vermögensaufbau sind - auch unter dem Christbaum - klar zu trennen», sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Für die Risikoabsicherung gelte aber etwas anderes: «Sollten Lücken bestehen, spricht nichts gegen eine Police zum Fest.»

In diesem Fall wird das Verschenken allerdings wenig romantisch geraten müssen: «Da Versicherungen persönlich abzuschließen sind, lassen sie sich nur schwer verschenken», sagt Rudnik. Die Kinder müssen den Vertrag also mitunterzeichnen - das kann dann erst nach dem Fest geschehen. Eltern, Großeltern oder Paten könnten aber einen «Kostenübernahme-Gutschein» unter die Nordmanntanne legen.

Kann sich zum Beispiel der 18-jährige Enkel, frischgebackener Dachdecker-Geselle, eine Berufsunfähigkeitsversicherung von 80 Euro im Monat nicht leisten, geben Oma und Opa dafür besser einen Zuschuss als Bares für den freien Konsum. Für Berufseinsteiger sei ebenfalls eine Kostenübernahme für die elementare Haftpflichtversicherung sinnvoll, gegebenenfalls auch für einen Hausratschutz. Minderjährige Kinder und Studenten seien dagegen meist über die Eltern mitversichert - hier biete sich also allenfalls eine Übernahme der Kfz-Versicherung an.

Wenn die Existenz gesichert ist , spreche auch nichts gegen die Geldanlage zu Weihnachten. Der Einzelfall sollte hier das Produkt bestimmen. Zum Beispiel könnten BAföG-Empfänger sogar ihre Ansprüche verlieren, wenn Oma ein dickes Sparbuch auf den Namen des Enkels angelegt hat. Und Eltern könnten in besonderen Fällen den Kindergeld-Anspruch verlieren, erläutert Stefanie Kühn, unabhängige Finanzplanerin aus Grafing bei München.

Wertpapiere empfiehlt sie nur eingeschränkt: «Aktien für jemand anderes zu kaufen, geht nicht. Man muss über das Depot der Kinder gehen oder aber das Depot übertragen», sagt Kühn - und damit ist dann auch die Verfügungsgewalt übertragen. Außerdem gebe es nichts Handfestes zum Einpacken, da Wertpapiere heute virtuell in das Depot wandern: «Da muss man kreativ werden und zum Beispiel einen Spielzeug-Porsche schenken, als Bild für die Aktien des gleichnamigen Konzerns.»

Literatur: Stefanie Kühn , Finanzratgeber für Eltern: Kinder richtig absichern - Vermögen aufbauen - Startchancen erhöhen, Redline Wirtschaft, ISBN-13: 978-3-636-01412-2, 19,90 Euro Spezialversicherungen besser nicht verschenken Handy oder Laptop nimmt ein Kind sicher gern - der häufig dazu angebotene Schutzbrief muss aber nicht mit unter den Baum. «Eine Handyversicherung für 1,99 Euro pro Monat - plus einen weiteren Euro für Diebstahlschutz - klingt zwar günstig», sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Aber zusammengerechnet 36 Euro pro Jahr seien in Relation zum Anschaffungspreis selbst eines teuren Geräts von 300 Euro unverhältnismäßig teuer. Von Nadia-Maria Chaar, dpa

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