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Trendsport Parkour: «Die Stadt wird zum Spielplatz»

Magdeburg Ein lockerer Hüpfer über das Geländer, fünf Trippelschritte zum Durchqueren der Parkplatz-Einfahrt, dann ein gewagter Sprung über die Mauer und eine Rolle vorwärts, um den Sturz abzufangen - so elegant kann ein Hindernislauf aussehen.

Marcus Scholz lächelt zufrieden und läuft die Treppen nach oben, zurück zum Ausgangspunkt. «Für uns wird die Stadt zum Spielplatz», sagt der 21- jährige Student aus Magdeburg. Dann nimmt er von neuem Anlauf - wer beim Parkour Fortschritte erzielen will, muss fleißig trainieren.

Seit einem Jahr ist Marcus jetzt beim Parkour dabei, einer neuen Trendsportart aus Frankreich. Die Begeisterung hat offenbar nicht nachgelassen: «Parkour verändert einen Menschen zum Positiven. Du bleibst nicht nur fit, du ziehst auch wichtige Schlüsse fürs Leben.» Wie ihm geht es offenbar vielen: Parkour, Ende der 1980er Jahre von dem Franzosen David Belle entwickelt, breitet sich immer weiter aus und fasziniert vor allem junge Menschen.

Dabei klingt es zunächst ganz banal, was Michael und seine Mitstreiter machen: Es geht darum, Hindernisse auf einer festgelegten Strecke möglichst schnell zu überwinden - Mauern, Mülleimer, Parkbänke, Treppengeländer, kurz: alles, was einem in der Stadt so in die Quere kommen könnte. Festgelegte Sprung- und Balance-Techniken helfen dabei ebenso wie Übungen zum Landen. Dabei geht es nicht um Show, sondern um Effizienz, betont Marcus: «Parkour ist auch dazu da, abhauen zu können, wenn es einmal brenzlig wird».

Verbreitung findet der Sport vor allem dank des Internets: Zehntausende Parkour-Videos kursieren inzwischen im Netz und animieren zum Nachahmen. Dabei ist aber Vorsicht geboten: «Vieles sieht in einem Video sehr einfach aus», sagt Michael Schütze, der Leiter der Gruppe «Senshi Parkour Magdeburg». «Anfänger überschätzen sich dann gerne mal, springen von einer sehr hohen Mauer und verletzen sich.»

Auch Max Ender aus Halle wurde über das Internet auf Parkour aufmerksam, seit knapp drei Jahren trainiert er nun regelmäßig. «Am Anfang habe ich mir mit Freunden im Internet Videos angeschaut und das dann ausprobiert», sagt er. «Jetzt arbeiten wir gerade selber an einem Video, in dem wir unsere Gruppe in Halle vorstellen wollen.» Vor allem in der Umgebung des Marktplatzes in Halle gebe es viele Stellen, die sich zum Ausprobieren neuer Tricks anbieten. Im Winter geht Max in die Sporthalle und trainiert bei den Turnern mit. «Beim Parkour geht es um Kraft, Präzision und Körperbeherrschung. Das kann man beim Turnen auch gut lernen.»

Auch in Magdeburg wird in der Sporthalle trainiert, allerdings nur einmal in der Woche. Seit einem Jahr ist Parkour im Programm des Hochschulsports der Universität, Michael Schütze vermittelt dort den Anfängern die Grundlagen des Trendsports. Aber eigentlich gehört ein echter Traceur ins Freie - auch im Winter: «Da ist es oft mal nass und glitschig», gibt Michael zu. «Dafür lernt man dann, umso präziser zu springen.»

Senshi Parkour Magdeburg: www.senshi.de.md Von Fabian Erik Schlüter, dpa

dpa-infocom