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Frauen

Sims ich oder nicht? Anbändeln in Zeiten von SMS

Hamburg Es sind gerade mal 160 Zeichen, die verhängnisvolle Missverständnisse, schlaflose Nächte und übelste Peinlichkeiten nach sich ziehen können.

SMS sind Fluch und Glück zugleich - vor allem, wenn es um Beziehungen oder ums Flirten geht.

Denn da stellt sich nicht nur die Frage: Sims ich oder sims ich nicht? Sondern auch: Was schreib' ich und wann sende ich es los? Ist die Kurznachricht erst einmal abgeschickt, gibt es kein Zurück. Stattdessen beginnt das Warten. Flirten in Zeiten von Mails, Skype und SMS ist nicht gerade leichter geworden, dafür schneller.

«Diese Geschwindigkeit nimmt ein bisschen die Spannung», sagt der Benimmtrainer Jan Schaumann aus Berlin. Damit verkürze sich auch die Zeit der Vorfreude bis zum nächsten Date. Richtig eingesetzt, haben SMS und Co. aber durchaus ihr Gutes, vorausgesetzt sie kommen in der Anfangszeit nicht inflationär zum Einsatz.

«Gerade Handys ermöglichen eine ganz andere Zeitspanne, in der man mit dem anderen in Kontakt tritt», sagt die Flirtberaterin Nina Deißler aus Hamburg. Galt es einst, eine Schamfrist von zwei bis drei Tagen einzuhalten, bevor sich vornehmlich der Mann bei der Frau meldete, piept es im 21. Jahrhundert auch gern schon mal auf dem Nachhauseweg vom ersten Date. «Eine kurze Nachricht: 'Komm gut nach Hause' finde ich okay, mehr sollte es aber nicht sein.»

Die Stilberaterin Susanne Helbach-Grosser aus Schwäbisch Gmünd ist da schon strenger: «Gerade Frauen schicken dem Mann nach einer Verabredung gern gleich noch eine SMS hinterher. Das ist extrem bedrängend», sagt sie und rät, lieber einen Tag abzuwarten.

Der Druck und die Unmittelbarkeit der mobilen Telefoniererei sind genau das Problem. «Es gibt kaum ein Entrinnen, denn man weiß ja, dass die Nachricht sofort da ist oder die Nummer angezeigt wird. Da kann man sich kaum rausreden», sagt die Paarberaterin Felicitas Heyne aus dem pfälzischen Herxheim. Doch Ankommen heißt nicht gleich auch Lesen und schon gar nicht Reagieren. «Das muss man aushalten können, gerade am Anfang eines Kennenlernens», sagt Helbach-Grosser.

Eine weitere Schwierigkeit: Da viele der Kurznachrichten flüchtig ins Telefon getippt sind, bedarf das Verstehen häufig einer Decodierung. Gerade Gefühle ließen sich nicht so leicht in 160 Zeichen ausdrücken, so die Stilberaterin. «Mitunter hat der andere gar nicht so viel Hirnschmalz reingesteckt», sagt Heyne. Deshalb warnt sie davor, mögliche Misstöne überzubewerten. «Ein bisschen Abstand und Gelassenheit sind sicher hilfreich, um unnötigen Missverständnissen vorzubeugen.» Es sei Teil des Kennenlernens, erstmal herauszufinden, wie der andere mit den modernen Kommunikationsmitteln umgeht, welche Art von Nachrichten er schickt und wann und wie viele.

Bei aller Fortschrittlichkeit gelte noch immer: Die Frau möchte erobert werden, der Mann möchte erobern. «Deshalb sollte die erste SMS möglichst von ihm kommen», sagt Heyne. Denn oftmals kämen die allzu forschen Frauen nicht besonders gut an. Recherchierte Details über Flirtpartner zurückhalten  Als absolutes Tabu bezeichnen die Benimm- und Flirtprofis, den neuen Lover mit gewissenhaft im Internet recherchierten Details aus seinem Leben zu überhäufen. «Klar kann man den anderen vor dem ersten Date mal googeln - auch wenn das vielleicht ein wenig die Spannung nimmt und möglicherweise ein völlig falsches Bild vermittelt», sagt der Benimmtrainer Jan Schaumann. Auf keinen Fall aber sollte man sein Wissen - und damit seine Neugier - über den anderen gleich herausplaudern. «Das schreckt garantiert ab.» Von Britta Schmeis, dpa

dpa-infocom