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Jahreswechsel

Top Ten der Wissenschaft 2008

Washington Die Verjüngungskur für Zellen einzelner Patienten ist der «wissenschaftliche Durchbruch» dieses Jahres.

Zumindest sieht das die Redaktion des renommierten US-Journals «Science» so und stellt diese Arbeiten an die Spitze ihrer Top Ten 2008.

Rückprogrammierte Zellen von Patienten könnten einmal sehr wichtig werden zum Verstehen und Behandeln von Krankheiten wie Parkinson und Diabetes. «Science» ehrt daneben unter anderem die Sichtung ferner Planeten, neue Supraleiter und Fortschritte in der Gentechnik. Unter den Spitzenforschern des Jahres sind mehrere Deutsche und mit Harald zur Hausen zudem auch ein Nobelpreisträger.

«Dieses Jahr haben Wissenschaftler ein lange gesuchtes Meisterstück der Zell-Alchemie geschaffen», heißt es bei «Science» mit Blick auf die Fortschritte in der Zelltechnik. So habe ein Team die Hautzellen einer 82-jährigen Frau mit einer Nerven- Muskelerkrankung entnommen, zurückprogrammiert und dann genau zu jenen Zellen umgewandelt, die bei der erkrankten Frau defekt sind. Eine Woche später berichtete ein anderes Team von jungen Zelllinien aus mehreren Patienten mit insgesamt zehn verschiedenen Krankheiten wie dem Down-Syndrom, Parkinson oder der Huntington-Krankheit. Diese könnten dazu dienen, die Krankheiten zu erforschen und Medikamente zu testen. Fernziel ist es, die Patienten mit den eigenen Zellen zu behandeln. Die verjüngten Zellen sind unter dem Namen iPS-Zellen bekannt (induzierte pluripotente Stammzellen).

An zweiter Stelle der «Science»-Liste steht die Teleskoptechnik, mit der Planeten ferner Sonnensysteme direkt sichtbar werden. Zuvor waren diese Exoplaneten nur indirekt nachgewiesen worden. «Nun haben Forscher Exoplaneten das erste Mal gesehen», schreibt die Redaktion. Die Plätze 3 bis 10 sind nicht mehr nach ihrer Wichtigkeit geordnet. Darunter ist die Entdeckung einer Vielzahl von Krebsgenen, die etwa den Katalog bekannter Gene eines bestimmten Hirntumors erweitern. Es folgt ein neuartiger japanischer Supraleiter aus Eisen, der bei bestimmten Temperaturen dem Strom keinen Widerstand mehr bietet.

Biochemiker haben in diesem Jahr «Proteinen beim Arbeiten zugesehen» und gezeigt, wie sie sich verbinden. Allein ein deutsches Team habe das Zusammenspiel von bis zu 6000 Proteinen von Hefezellen beobachtet. Auch diese Technik könnte einmal neue Einblicke in Krankheiten bringen. Einen großen Fortschritt bei alternativen Energien soll ein neues Speichermedium bringen. Ein günstiger Kobalt- Phosphor-Katalysator kann mit dem Strom aus der Wind- und Solarenergie sehr kostengünstig Wasser spalten. Mit dem so erzeugten Wasserstoff lässt sich später bei Bedarf Elektrizität produzieren. Bislang sind Katalysatoren zur Wasserspaltung sehr teuer.

Den «Tanz der Zellen» von der Befruchtung über 24 Stunden hinweg bis zu einem frühen Embryostadium haben Biologen beim Zebrafisch aufgenommen und analysiert. Sie beobachteten die Bewegung von bis zu 16 000 Zellen mit bislang unerreichter Genauigkeit, wie «Science» urteilt. Forscher um Philipp Keller am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg entwickelten für das «Embryo-Video» eine neue Mikroskopiertechnik - es ist auch im Internet bei «YouTube» zu sehen.

US-Forscher entdeckten einen Schalter, der braunes Fett in Muskeln umwandelt und umgekehrt. Physiker aus Deutschland, Frankreich und Ungarn sagten die Masse des Protons und anderer Atomteilchen genauer als bislang vorher.

Als letzten Punkt meldet «Science» den enormen Fortschritt beim Entziffern von Genen. Mit einer Fluoreszenztechnik seien ein Großteil des Mammutgenoms und viele Gene des Höhlenbärs und des Neandertalers sequenziert worden. Mit einer weiteren Technik wurde relativ rasch das erste Genom eines Asiaten, eines Afrikaners und eines Krebskranken entziffert.

Das «Phänomen des Jahres» ist für «Science» der Teilchenbeschleuniger LHC, der am Forschungszentrum CERN bei Genf in Betrieb ging. Physiker wollen damit unter anderem dem Urknall so nahe kommen wie nie zuvor.

Die «Technik des Jahres» - vom britischen Journal «Nature» ausgezeichnet - stammt aus Deutschland: Das hochauflösende Fluoreszenzmikroskop ermöglicht es, besonders kleine Bereiche der lebenden Zelle zu sehen. Stefan Hell, Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen, entwickelte das Mikroskop mit einer Auflösung von nur 60 Nanometern (Millionstel Millimetern).

Mit dem Medizinnobelpreis für Prof. Harald zur Hausen vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg gab es für Deutschland 2008 einen besonderen weiteren Erfolg. Er erhielt den Preis für die Entdeckung, dass Papillomviren Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Von Simone Humml, dpa

dpa-infocom



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