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Wissenschaft

Schliemann soll in Walhalla aufgenommen werden

Ankershagen Mit einer Entscheidung in Bayern verknüpft die Heinrich-Schliemann-Gesellschaft im mecklenburgischen Ankershagen im kommenden Jahr große Hoffnungen.

Der bayerische Ministerrat hat über die Aufnahme neuer Persönlichkeiten in die Gedenkstätte Walhalla bei Regensburg zu entscheiden.

«Wir hoffen, dass Schliemann dabei ist», sagte Vorstandsmitglied Wilfried Bölke am Sonntag der dpa. Er rechne ab 2010 damit. Die Gesellschaft hatte vor einem Jahr vorgeschlagen, den Archäologen und Troja-Ausgräber Heinrich Schliemann (1822-1890) auf diese Weise zu ehren. 2008 wurde die Philosophin Edith Stein (1891-1942) aufgenommen, 2009 folgt der Dichter Heinrich Heine (1797-1856).

In der Walhalla erinnern seit 1842 Gedenktafeln und Marmorbüsten an bedeutende Deutsche und mit der deutschen Geschichte verbundene Persönlichkeiten. «Schliemann gilt als Entdecker der mykenischen Kultur, einer frühen europäischen Hochkultur, und als Wegbereiter der Feldarchäologie», erläutert Bölke. Der Wissenschaftler war Initiator und erster Direktor des 1980 gegründeten Museums in Schliemanns Vaterhaus - dem Pfarrhaus in Ankershagen (Müritzkreis). Das Personalmuseum ist im Blaubuch der Bundesregierung als Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung registriert.

Ankershagen ist auch Sitz der Schliemann-Gesellschaft mit mehr als 200 Mitglieder in 13 Ländern. In ihrem Archiv sind unter anderem 34 000 digitalisierte Briefe einzusehen, die Schliemann im Laufe seines Lebens erhielt und aufbewahrte. «Die Originalbriefe lagern in der Gennadios-Bibliothek in Athen», sagt Bölke. Er wertet derzeit 2000 Briefe aus, die Schliemann von seinem Vater, seinen vier Schwestern und drei Brüdern erhielt.

Um Briefe einzusehen, die Schliemann selbst an seine Familie schrieb, muss Bölke jedoch nach Athen reisen. Schliemann habe jeden seiner Briefe kopiert, gebunden und archiviert, sagt er. Für seine Korrespondenz habe er langsam trocknende Tinte auf Spezialpapier verwendet. Die noch tintenfeuchten Blätter legte er in ein Buch mit Seiten aus pergamentartigem Papier, wobei sich die Schrift auf den durchsichtigen Seiten abzeichnete. Der Briefwechsel Schliemanns mit den Geschwistern, die überwiegend in Mecklenburg lebten, gibt Bölke zufolge Aufschluss über die schwierigen Eheverhältnisse der Eltern, über das gestörte Vater-Sohn-Verhältnis und über die lebenslange finanzielle Hilfe, die Schliemann seinen Schwestern gewährte.

Andererseits zeigten die Briefe , dass Schliemann, obwohl er seinen Vater hasste, ihm doch sehr ähnlich war. «Er war ähnlich autoritär und hat vor allem an seine Brüder so hohe Anforderungen gestellt, dass diese daran seelisch zerbrochen sind», berichtet der Forscher. Frühere Schliemann-Biografen wie der Neustrelitzer Ernst Meyer hätten belastende Briefe nicht veröffentlicht oder sie mit Auslassungen versehen. «Aber wir können keinen Bogen darum machen», stellt Bölke klar. Erste Ergebnisse seiner Studien will er im Januar im Schliemann-Museum vorstellen. 2010 soll der Briefwechsel publiziert werden.

Um auch anderen Schliemann-Forschern, darunter vielen ihrer Mitglieder, ein besseres Arbeiten zu ermöglichen, plant die Gesellschaft im neuen Jahr, in Ankershagen zwei Computerarbeitsplätze und Übernachtungsmöglichkeiten einzurichten. Auch sei die Gesellschaft bereits über die Anfertigung einer Schliemann-Büste für die Walhalla mit einem Bildhauer im Gespräch.   Von Birgit Sander, dpa

dpa-infocom



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