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• Erlebnisse mit dem Altkanzler aus...Birkenfeld | Neuwied | Rhein-Lahn | Rhein-Hunsrück

Helmut Schmidt - ein Krisenmanager wird 90

Berlin Hamburger Sturmflut, Wirtschaftskrise und RAF-Terror - in schwierigen Zeiten verschaffte sich Helmut Schmidt im In- und Ausland als Krisenmanager hohes Ansehen. Der ehemalige Bundeskanzler wird am 23. Dezember 90 Jahre alt.

Für viele ist der Sozialdemokrat bis heute Inbegriff des Staatsmanns mit Weitblick, dessen Wort unverändert Gewicht hat.

Geboren wurde Helmut Schmidt am 23. Dezember 1918 in Hamburg-Barmbek als Sohn eines Studienrats. Nach dem Abitur 1937 wollte er eigentlich Architekt werden. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er an der Ost- und Westfront. Nach Kriegsende studierte er Volkswirtschaft. 1946 wurde Schmidt SPD-Mitglied, ein Jahr später Vorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS). 1942 heiratete er seine frühere Klassenkameradin Hannelore, genannt Loki. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Der Sohn Helmut starb noch vor seinem ersten Geburtstag. Seine Tochter Susanne arbeitet heute für einen Wirtschafts-Fernsehsender.

1953 wurde Schmidt erstmals in den Bundestag gewählt, wo er sich als scharfer Widersacher von Verteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) profilierte. Aus dieser Zeit stammt sein Beiname «Schmidt-Schnauze». 1961 wechselte er als Innensenator nach Hamburg. Während der Sturmflut 1962 erwarb sich Schmidt erstmals bundesweites Ansehen als umsichtiger Krisenmanager. 1965 kehrte er in den Bundestag nach Bonn zurück. Während der ersten großen Koalition übernahm er 1967 den SPD-Fraktionsvorsitz.

Nach dem SPD-Wahlsieg und der Bildung der sozialliberalen Koalition 1969 wurde Schmidt Verteidigungsminister. Zusammen mit Kanzler Willy Brandt und Fraktionschef Herbert Wehner bildete er die «Troika», die die SPD lenkte. Nach dem Rücktritt von Karl Schiller übernahm Schmidt 1972 für kurze Zeit das Finanz- und Wirtschaftsministerium. Nach der Teilung des Ressorts führte er weiter das Finanzministerium. Nach Brandts Rücktritt im Mai 1974 wegen der Guillaume-Affäre wurde Helmut Schmidt sein Nachfolger.

Seine erste Regierungszeit war geprägt von der weltweiten Rezession und der Ölkrise. Größte innenpolitische Herausforderung in Schmidts über achtjähriger Kanzlerschaft war der Terror der Roten Armee-Fraktion (RAF) im «Deutschen Herbst» 1977, dem etwa Generalbundesanwalt Siegfried Buback und der Bankier Jürgen Ponto zum Opfer fielen. Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer wurde entführt, kurze Zeit später die Lufthansa-Maschine «Landshut» gekapert. Schmidt entschloss sich zur gewaltsamen Befreiung durch die GSG 9 in der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Einen Tag später wurde Schleyers Leiche gefunden. Schmidt übernahm für dessen Tod die politische Verantwortung. Für den Fall, dass die Befreiungsaktion für die «Landshut» missglückt wäre, hatte er bereits sein Rücktrittsschreiben vorbereitet.

In der Außenpolitik setzte Helmut Schmidt auf ein entschlossenes Vorgehen gegenüber dem kommunistischen Warschauer Pakt. Er gehörte zu den Architekten des sogenannten NATO-Doppelbeschlusses, der vor allem in der SPD umstritten war. Danach sollten in Europa atomare Mittelstreckenraketen stationiert werden, falls Abrüstungsverhandlungen mit der Sowjetunion ergebnislos blieben. Gemeinsam mit dem ihm freundschaftlich eng verbundenen französischen Präsidenten Valéry Giscard d`Estaing brachte Schmidt das Europäische Währungssystem und die Weltwirtschaftsgipfel auf den Weg.

An Differenzen vor allem in der Wirtschaftspolitik scheiterte 1982 die Koalition von SPD und FDP. Am 1. Oktober wurde Schmidt durch ein konstruktives Misstrauensvotum als Kanzler abgewählt. Sein Nachfolger wurde Helmut Kohl (CDU). Seit 1983 ist Schmidt einer der Herausgeber der Wochenzeitung «Die Zeit». In seinen fast 30 Buchveröffentlichungen seit 1961 sowie in zahllosen Artikeln und Vorträgen mischte er sich immer wieder auch mit unpopulären Meinungen in aktuelle Debatten ein. Von Joachim Schucht, dpa

dpa-infocom



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