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Immer mehr Sportwagen fahren elektrisch

Limburg/Pfaffenhausen Strom ist eine interessante Alternative zu Sprit als Kraftquelle im Auto.

Das erkennen auch immer mehr Autohersteller, die mit sparsamen und sauberen Elektroautos von sich reden machen.

«Während die großen Konzerne mit Stadtautos oder Familienkutschen experimentieren und bislang nicht über das Stadium von Flottenversuchen hinauskommen, entwickelt sich parallel dazu ein von kleineren Firmen vorangetriebener Autotyp, von dem es die ersten Exemplare schon zu kaufen gibt: der Stromsportwagen», hat Nick Margetts vom Marktforscher Jato Dynamics in Limburg beobachtet.

Elektroautos seien nicht nur sauber und sparsam, sondern könnten auch viel Spaß machen, sagt Margetts. «Mit diesem Argument lassen sich die höheren Kosten für die neue Antriebstechnik besser verkaufen als mit dem Versprechen eines reinen Gewissens.» Kein anderes Auto macht diesen Anspruch so deutlich wie der Roadster des amerikanischen Start-Up-Unternehmens Tesla, im dem Frühjahr 2009 auch in Europa zu haben und bei den Reichen und Schönen in Kalifornien bereits so angesehen ist wie ein Lamborghini Gallardo oder Mercedes SL 65 AMG.

«Es sind nicht die 'Treehugger' oder Öko-Fundamentalisten, die unsere Autos kaufen», sagt Tesla-Manager Darryl Siry. Es seien vielmehr Menschen, die erkannt haben, dass es so nicht weitergehen kann. Nur hat ihnen eine adäquate Alternative gefehlt, sagt der Manager mit Blick auf die bislang verfügbaren Elektro-Kleinwagen, die kaum mehr Fahrspaß böten als Golfwägelchen. Der vom Lotus Elise abgeleitete Elektro-Roadster kann es dagegen mit einem Porsche aufnehmen: Sein 221 kW/300 PS starker Elektromotor beschleunigt den 1,2-Tonnen-Wagen in 3,9 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde (km/h) und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Die Reichweite der mehr als 7000 Lithium-Ionen-Akkus liegt bei etwa 350 Kilometern.

Mit diesen Fahrleistungen, geschicktem Marketing, einer restriktiven Lieferpolitik und prominenten Erstkunden haben es die Amerikaner weit gebracht: «Unser Auto ist absolut hip, ein Statussymbol und Kultobjekt», sagt Siry und meint damit so etwas wie das iPhone auf Rädern - nur eben ein bisschen teurer. Denn immerhin verlangen die Amerikaner in Deutschland für den Tesla rund 120 000 Euro. Einen Porsche Boxster gibt es schon für weniger als die Hälfte.

Auf einer ähnlichen Welle fährt der britische Lightning GT, der im Sommer auf der Motorshow in London vorgestellt wurde und Ende 2009 in Produktion gehen soll. Er bekommt nach Angaben des Herstellers vier Radnabenmotoren mit zusammen mehr als 515 kW/700 PS, schafft den Spurt von Null auf 100 in weniger als vier Sekunden und soll eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 210 km/h erreichen. Die neuen Batterien sollen genügend Kapazität für etwa 300 Kilometer haben. Diese Technologie treibt aber den Preis in die Höhe: So rechnet der Hersteller bislang mit mindestens 155 000 Euro - ohne Steuern.

Obwohl solche Summen den Kreis potenzieller Kunden einschränken, arbeitet nun auch das erste deutsche Unternehmen an einem Strom-Sportler: Der Tuner und Sportwagenbauer Alois Ruf aus Pfaffenhausen (Bayern) hat einen umgerüsteten Porsche 911 präsentiert, der von einem Heckmotor mit 150 kW/204 PS angetrieben wird. Noch sind die Fahrleistungen mit einem Sprintwert von sieben Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h zwar nicht auf Porsche-Niveau. Doch soll der E-Ruf im Laufe der Entwicklung noch schneller werden. Auch bei den Batterien versprechen die Bayern Fortschritt: Bislang wiegen die 96 Lithium-Ionen-Akkus 550 Kilogramm und reichen 250 bis 320 Kilometer. In der Entwicklung seien aber bereits Akkus, die bei 15 Prozent weniger Gewicht 30 Prozent mehr Leistung speichern können.

Als einziger Großserienhersteller ist bislang Chrysler auf diesen Zug aufgesprungen. Während General Motors mit dem Chevrolet Volt an einer familienfreundlichen Limousine arbeitet und deutsche Hersteller mit Elektrovarianten von Mini, Smart und B-Klasse mit Stadtfahrzeugen experimentieren, haben die Amerikaner ebenfalls einen Stromsportler vorgestellt. Auch der Dodge EV basiert wie der Tesla auf einer Konstruktion von Lotus und bekommt einen Elektromotor mit 200 kW/272 PS, der in weniger als fünf Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und knapp 200 km/h erreichen soll. Ob die Chrysler-Group den Sportler in Serie bringt oder doch lieber einen elektrischen Jeep oder Chrysler Voyager baut, ließ das Unternehmen allerdings noch offen.

Dass die Stromsprinter bei den PS-Fans gut ankommen, kann Marktforscher Margetts gut verstehen: «Da fährt man Auto wie auf der Carrera-Bahn: Man drückt auf die Tube und schießt davon.» Aber so begeistert die ersten Reaktionen auch sind: «Den großen Durchbruch werden diese Elektrosportwagen nicht erleben», erwartet Margetts. Ähnlich wie konventionelle Supersportwagen erregten sie zwar viel Aufmerksamkeit. Doch für große Stückzahlen seien die Preise zu hoch und die Produktionskapazitäten zu niedrig. «Aber als Leuchtturm auf den Weg in eine saubere Zukunft sind sie genau richtig.» Von Thomas Geiger, dpa

dpa-infocom


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