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VW Scirocco als Liebling der Tuner

Essen Einen neuen Trend sucht jede Branche, nicht nur die Mode - gerade beim Auto ist ein frischer Wind eine ersehnte Sache. Die Tuner bilden dabei keine Ausnahme.

Und wer sich auf der Tuning-Messe Essen Motor Show (29. November bis 7. Dezember) umhört, erkennt schnell, wo die Hoffnungen der Anbieter liegen. Da ist zum einen der neue Golf, weil er wohl wieder zum Bestseller wird. Der zweite Hoffnungsträger kommt ebenfalls von Volkswagen und trägt den Namen eines Wüstenwindes: Der Scirocco soll gerade der jüngeren Klientel den einen oder anderen Euro für sportliche Extras wert sein - und ganz nebenbei schwelgen die Tuner selbst bei dem Namen ein wenig in Nostalgie.

Was der Scirocco für die Branche bedeutet, wird schon dadurch klar, dass er dem Verband der Automobil-Tuner (VDAT) aus dem rheinland-pfälzischen Roßbach als symbolträchtig genug gilt, um daran eine Kampagne aufzuhängen. Hier hat man «Tune It! Safe!» ausgerufen - damit sollen junge Freizeitbastler auf den Wert professionellen Tunings hingewiesen werden. Mittel zum Zweck ist ein Scirocco im Tuning-Dress und mit Polizei-Schriftzug. «Die Zielgruppe der 18- bis 28-Jährigen soll zu uns an den Stand kommen», sagt Verbands- Geschäftsführer Harald Schmidtke. Dafür soll sie mit einem Fahrzeug gelockt werden, das laut Schmidtke «als Traumwagen» gilt.

Aber es geht nicht allein um Kampagnen - sondern auch ums Geldverdienen mit Umbausätzen und Leitungssteigerungen. Das hat die Autoveredler in den vergangene Wochen zu mancher Überstunde gebracht. Ein Beispiel dafür ist das Fahrzeug von JE Design aus dem baden-württembergischen Leingarten, das laut Mitarbeiter Patrick Heck erst zur Messe fertig geworden ist. Die Anstrengung dürfte auch damit zu tun haben, dass der Scirocco für das Unternehmen einst den Grundstein bildete: «Firmengründer Jochen Eckelt hat damit angefangen, Teile für seinen eigenen Scirocco zu entwickeln.» Daraus entstand dann der Betrieb.

ABT Sportsline aus Kempten stellt ebenfalls eine Idee für einen sportlicher aufgemachten Scirocco vor. Auch wenn davon geredet wird, dass es sich bei dem Zweitürer um einen erschwinglichen Wagen für die Massen handelt, dürften die Preise der Tuning-Extras manchem schwer im Magen liegen. So wird eine Leistungssteigerung von 118 kW/160 PS auf 155 kW/210 PS zwar begehrt sein - die angesprochene Klientel muss sich aber damit abfinden, dass die Sache 1490 Euro kostet. Für einen Radsatz im 20-Zoll-Format können gut 6600 Euro ausgegeben werden. Das komplette Optikpaket mit Spoilern, Schürzen und Blenden steht mit rund 2770 Euro in der Liste.

Die Hoffnung, die in den neuen Scirocco gesetzt wird, führt jedoch nicht dazu, dass sich jeder Tuner auf der Messe in Essen präsentiert. Über die Gründe darf spekuliert werden: Manche geben an, sie würden hier nicht die passende Kundschaft finden - dass Themen wie Finanzkrise und bröckelnder Automarkt zu Einsparungen und Verzicht auf einen Messestand geführt haben, kann bestenfalls vermutet werden.

Tuner Oettinger aus dem hessischen Friedrichsdorf verzichtet auf die Teilnahme, weil man Sprecher Philip Blau zufolge «nicht mit allen Autos fertig geworden ist». Trotzdem wird auch hier fleißig an einer Tuning-Variante des Scirocco mit optischer und technischer Auffrischung gearbeitet. Das fertige Endprodukt sei allerdings erst im Januar 2009 zu erwarten.

Das Unternehmen Digi-Tec aus Marl hat mit der Vorstellung eines schwarzen Tuning-Scirocco schon im Vorfeld der Messe für Aufsehen gesorgt. Statt in Essen will man ihn aber lieber zeitgleich im Rahmen einer Hausmesse vorzeigen. Einen Grund, sich zu verstecken, gibt es nicht: Die dunkle Lackierung des Autos in Verbindung mit den ebenfalls dunklen Felgen verstärkt den sportlichen Eindruck - und die Leistung von 191 kW/260 PS dürfte Tuning-Anhänger ebenfalls begeistern.

Selbst Volkswagen legt in Essen noch einmal nach und zeigt einen Scirocco mit Vollausstattung. Die «Collectors Edition» hat einem Sprecher zufolge alles an Bord, was die Preisliste hergibt. Das limitierte Sondermodell, das sich äußerlich nur durch eine weiße Speziallackierung und 19-Zoll-Felgen unterscheidet, soll rund 50 000 Euro kosten - mehr als doppelt so viel wie das Basismodell.

Ohnehin geht es gar nicht jedem Tuner um optische Spielereien. «Wir beschäftigen uns nur mit Motor und Technik» sagt Dieter Wendland von Wendland Motorentechnik aus dem baden-württembergischen Rangendingen. Ergebnis sind ebenfalls 190 kW/260 PS - und einen Fahrwerksumbau für die gesteigerte Leistung gibt es auch im Programm. Mehr Feinschliff braucht ein getunter Wüstenwind eigentlich gar nicht. Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom


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