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Gefahr vor der Haustür: Stadt als Unfallschwerpunkt

Bonn/München Schwere Unfälle, so denken sich viele Autofahrer, passieren auf Autobahnen oder Landstraßen.

Da geht es schnell voran, und damit ist auch das Risiko recht hoch. Tatsächlich findet sich ein großer Unfallschwerpunkt in Ortschaften und Städten.

Statistiken beweisen, dass es vor der eigenen Haustür am Riskantesten ist. Vor allem im gewohnten Umfeld ist es daher wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein und das Verhalten im Verkehr zu überdenken.

Wie gefährlich es innerorts auf den Straßen ist, belegen Zahlen: «Etwa 67 Prozent der schweren Unfälle - also der Unfälle mit Personenschaden - geschehen auf Straßen innerhalb von Ortschaften», sagt Werner Sauerhöfer vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn. Auch im Hinblick auf die schweren Unfälle mit getöteten Verkehrsteilnehmern sieht es für die Städte nicht gut aus: «Etwa 27 Prozent der Verkehrstoten sterben bei Unfällen innerorts.»

Eine Begründung für die hohen Zahlen ist so naheliegend, dass sie meist vergessen wird. «Auf dem vorhandenen Straßenraum in den Städten treffen sich alle Verkehrsteilnehmer gleichzeitig», erklärt Maximilian Maurer vom ADAC in München. Während es ein Autofahrer zum Beispiel auf Fernstraßen nur mit anderen Fahrzeugen und dem Folgen der Spur zu tun hat, muss er in der Stadt auf alte und junge Fußgänger achten und bekommt es mit Mofas und Fahrrädern zu tun.

Außerdem sind Fahrten über Landstraßen und Autobahnen für die Sinne reine Erholung. «In Städten haben es die Verkehrsteilnehmer mit einer ungleich höheren Ballung an Informationen zu tun, die es zu verarbeiten gilt», erläutert Bastian Roet, Verkehrssoziologe des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main. «Und 90 Prozent dieser Informationen nehmen wir visuell wahr.»

Das allerdings ist nur eines der grundlegenden Probleme. «Unser Verkehrssystem ist optimiert für die Effektivität des Straßenverkehrs», sagt Herbert Gstalter vom Institut für Angewandte Psychologie «mensch-verkehr-umwelt» (mvu) in München. Und das bedeutet eine Optimierung für das Vorankommen mit dem Auto - der Fußgänger werde dabei eher als «bewegliches Hindernis» eingestuft.

Das wiederum hat Handlungen zur Folge, die unfallträchtig sind. So werden Fußgänger laut Herbert Gstalter im Stadtverkehr «kanalisiert»: Sie laufen auf ihren Fußwegen, die Überquerung von Straßen wird ihnen an Punkten erlaubt, wo es auch für den bevorzugten Autoverkehr noch halbwegs erträglich ist. Weil der Mensch - in diesem Fall der Fußgänger - aber auch einen eigenen Willen hat, wird er nicht jeden Umweg in Kauf nehmen, den ihm die Straßenplaner vorschreiben, und die Straße im Zweifelsfall dort überqueren, wo er es eigentlich gar nicht darf. Unfälle sind dann programmiert.

Die Frage, wie sich Unfälle in der Stadt vermeiden lassen, ist nach Meinung der Experten nicht mit einer Handvoll Tipps zu beantworten. Laut Werner Sauerhöfer teilen sich mögliche Lösungsansätze in die Bereiche «Mensch, Straße, Fahrzeugtechnik» auf. Die Verkehrsplaner könnten einiges tun, um die Sicherheit zu verbessern. Das gleiche gelte für Autokonstrukteure, die neben der Sicherheit der Insassen auch Warnsysteme im Blick haben müssten. Weil jedoch vieles davon noch Jahre auf sich warten lassen dürfte, ist vor allem der Mensch gefordert - und dabei insbesondere der Autofahrer. Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom


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