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Fantasievoller Topfgarten für die Fensterbank

Hamburg/Heilbronn Alpenveilchen neben Orchidee neben Kaktus: Zimmerpflanzen kann man einfach nebeneinander auf die Fensterbank stellen.

Mit etwas Fantasie lässt sich aber wesentlich mehr daraus machen - etwa ein liebevoll gestalteter Topfgarten.

Die mittlerweile riesige Auswahl an Zimmerpflanzen ist die ideale Voraussetzung dafür. «Hat man vor 30 Jahren noch mehr oder weniger immer dieselben 10 Pflanzen eingesetzt, stehen heute zirka 250 sichere grüne Kandidaten auf der Liste», sagt John Langley, Floristmeister aus Hamburg. Aus dieser Liste kommen jedoch nicht alle für die eigene Wohnung in Frage. Temperatur, Feuchtigkeit und Licht am Standort geben den Rahmen vor. Für Pflanzen in Wohnräumen heißt das in der Regel, dass sie sich bei einer Temperatur von etwa 18 bis 20 Grad und einer Luftfeuchte von 40 bis 60 Prozent wohlfühlen müssen.

Südfenster können zum Problem werden. «Nur sehr wenige Pflanzen vertragen dauerhafte direkte Sonnenbestrahlung», warnt Marcus Klemke, Juniorchef im Pflanzenhof Klemke in Werl. «Hierzu gehören Kakteen und Sukkulenten. Die meisten anderen Zimmerpflanzen benötigen hingegen zumindest ein vorübergehend Schatten bei praller Sonne.»

Damit die Fensterbankbewohner zu einer harmonischen Einheit werden, braucht es verbindende Elemente. «Die Verbindung lässt sich beispielsweise über Farbe definieren, indem etwa lauter Pflanzen mit grün-weißem Blattwerk oder solche mit orangen Blüten kombiniert werden», rät Langley.

Dabei können auch die Gefäße eine tragende Rolle übernehmen, beispielsweise indem sie aus einheitlichem Material mit einer einheitlichen Formensprache gefertigt sind. «Korb liegt immer noch voll im Trend. Außerdem ist hochwertiger Kunststoff zum Beispiel mit Hochglanzlackierung im Kommen», berichtet Julia Bockheim, beim Gartencenter Pflanzen Kölle in Heilbronn zuständig für den Einkauf von Indoor-Pflanzen und -Zubehör.

Damit das Übergefäß nicht beim nächsten Umtopfen zu klein ist und ausgetauscht werden muss, empfiehlt es sich, von Anfang an eine Nummer größer zu wählen. «Auf den Boden des Übertopfes können kleine Kieselsteinchen oder Blähton gelegt werden, auf denen die eigentliche Pflanze steht», empfiehlt John Langley. Dadurch steht der Wurzeltopf erhöht und überschüssiges Gießwasser kann aus dem Wurzelraum abfließen.

Durch ihre Anordnung wird die Beziehung zwischen einzelnen Pflanzen unterstrichen: Statt in einer gleichmäßigen Reihe finden sich die Gewächse zu Gruppen zusammen. «Unterschiedliche Höhen sorgen für Spannung und Lebendigkeit», rät Gärtnermeister Klemke. So machen sich beispielsweise eine aufrecht wachsende, eine niedrige und eine hängende Pflanzen gut zusammen. Ganz nah kommen sich Pflanzen in einem gemeinsamen Gefäß. «Sie können allerdings nur dann direkt zusammen gepflanzt werden, wenn sie denselben Wasserbedarf haben», warnt Klemke. Die Alternative ist, mehrere Wurzeltöpfe in einem großen Gefäß zu kombinieren. Werden die Zwischenräume zwischen den Wurzeltöpfen mit Sand, Split oder Deko-Kies aufgefüllt, wirkt das ein wenig wie eine Miniatur-Landschaft. Pflanzideen für den Sukkulenten-Topfgarten Der robuste, pflegeleichte Geldbaum (Crassula portulacea) ist ein Klassiker. Weniger bekannt sind das Samtblatt (Kalanchoe beharensis) mit seinen gewellten, samtig behaarten Blättern oder das niedrige Rehbäumchen (Echeveria pulvinata) mit seinen leuchtend orangefarbenen Blütentrauben. Die Bleistifteuphorbie (Euphorbia tirucallii) und die Mikadopflanze (Syngonanthus chrysanthus «Mikado») bezaubern durch ihren bizarren Wuchs. Der Korallenkaktus (Rhipsylis baccifera) und die Leuchterblume (Ceropegia ampliata) wiederum bilden beeindruckend lange Triebe. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom


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