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Wann eine Zusatzversicherung sinnvoll ist

Berlin/Hamburg Der Gesundheitsfonds kommt - und viele Menschen machen sich Gedanken darüber, ob sie noch ausreichend abgesichert sind. Eine Möglichkeit zur individuellen Vorsorge sind Zusatzversicherungen.

Allein wegen der Einführung des Gesundheitsfonds sollten Krankenversicherte solche Verträge nicht abschließen. Aber weil mit dem Fonds auch ein einheitlicher Beitragssatz für alle Kassen und Versicherten kommt, fällt für Patienten ein wichtiges Vergleichskriterium weg. Und Experten befürchten, dass die Leistungen langfristig schlechter werden. Zusatzversicherungen ermöglichen es, eigene Schwerpunkte in der Vorsorge zu setzen.

Was dabei für wen infrage kommt , erfordert eine individuelle Abwägung. «Für den Patienten ändert sich mit dem Jahreswechsel von den Kassenleistungen her nichts. Nur der Beitragssatz wird vereinheitlicht», erläutert Michaela Schwabe von der Beratungsstelle Berlin der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland. «Über private Zusatzversicherungen muss nach wie vor jeder selbst entscheiden.»

Bevor beispielsweise eine Krankenhaus-Zusatzversicherung abgeschlossen wird, sollten alle anderen wichtigen Versicherungen vorhanden sein, rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Gegen große Risiken wie Haftpflichtschäden und Berufsunfähigkeit sollten alle geschützt sein, möglicherweise kann eine Unfallversicherung, eine Risikolebensversicherung und eine Wohngebäudeversicherung hinzu kommen. «Erst wenn diese Risiken gut und ausreichend hoch abgesichert sind, können Sie überlegen: Was möchte ich denn noch haben?», sagt Boss.

Viele gesetzliche Krankenversicherungen bieten über Kooperationspartner private Zusatzversicherungen an und werben damit, günstiger als die anderen Anbieter zu sein. Das sollten Versicherte aber sorgfältig prüfen: «Manchmal hat das den Vorteil, dass die Gesundheitsprüfung vereinfacht ist. Gerade Ältere können so leichter aufgenommen werden, und es kann günstiger sein», sagt Dörte Elß von der Verbraucherzentrale Berlin. Der Nachteil ist, dass beim Krankenkassenwechsel unter Umständen die günstigen Sonderkonditionen der Zusatzversicherung verloren gehen.

Auch deshalb rät Bianca Boss, nicht unbedingt darauf zu vertrauen, dass die eigene Kasse das beste Angebot unterbreitet: «Wenn Sie die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse aufstocken wollen, machen Sie das am besten getrennt von der Kasse. Und lassen Sie sich unabhängig beraten.»

Auch Kai Vogel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf rät von Paketlösungen eher ab: «Häufig werden auch Pauschalangebote gemacht - und beispielsweise Krankenhauszusatz- und Brillenversicherung im Paket angeboten. Es ist aber besser, die Versicherungen einzeln zu haben, denn nicht immer ist alles nötig.» Wie immer sollten grundsätzlich die Kosten den Leistungen gegenübergestellt werden.

Sinnvoll ist den Experten zufolge eine Auslandsreisekrankenversicherung. Wer im Urlaub ins Ausland reist, sollte sie haben - «und sie kostet auch kaum etwas», sagt Elß. Für 5 bis 15 Euro sind gute Policen zu haben. Auch eine Pflegezusatzversicherung sei sinnvoll: «Jeder weiß: Wenn ich ein Pflegefall werde, dann reichen die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht aus», sagt Elß. Günstig sind die Beiträge noch in einem Alter von 40 Jahren.

Viele Zusatzversicherungen zahlten aber erst ab Pflegestufe 3, sagt Schwabe. «Das entspricht der Pflege im Heim.» Und manche seien sehr teuer. «So eine Zusatzversicherung ist also nicht uneingeschränkt zu empfehlen.»

Bei der Zahnzusatzversicherung kommt es auf individuelle Bedürfnisse an. Wer etwas Exklusiveres als die Regelversorgung haben möchte, sollte sich informieren. Elß rät, mit dem Zahnarzt zu sprechen - der kann den Zustand der Zähne beurteilen. Eine gute Zahnzusatzversicherung kostet laut dem BdV 20 bis 30 Euro im Monat. Versicherung oder Sparkonto? Ob eine private Zusatzversicherung je in Anspruch genommen wird, weiß niemand. Dementsprechend schwierig sind Kosten und Nutzen bis auf den letzten Cent gegeneinander abzuwägen. Manchmal kann es unter Umständen lohnenswerter sein, Geld für den Notfall anzusparen, statt eine Versicherung abzuschließen. Entscheiden muss das jeder selbst. Im Wahltarif wird niemand abgelehnt Wenn eine private Zusatzversicherung nicht infrage kommt, können Patienten auch Leistungen auch über einen Wahltarif der gesetzlichen Krankenkassen dazukaufen. Der Vorteil hierbei ist, dass die Kasse bei Wahltarifen niemanden ablehnen kann. So lässt sich beispielsweise die Behandlung mit Naturheilverfahren auch mit einem Wahltarif abdecken - mit drei Jahren Mindestlaufzeit und zu einem Aufpreis. Von Neela Richter, dpa

dpa-infocom


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