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Rechtliches rund um den Advent

Berlin/Hamburg Bei vielen brennen im Advent leider nicht nur die Lichtlein: Gerade in den Wochen vor Weihnachten und an den Festtagen häufen sich Wohnungsunfälle und Brände.

Kerzen stecken Zweige, Kränze und Christbäume in Brand, und die Versicherung zahlt nicht immer. Dabei haben Versicherte seit diesem Jahr unter Umständen bessere Karten - sie müssen aber einen Blick in ihren Vertrag werfen.

Damit es mit der Besinnlichkeit nicht plötzlich vorbei ist, sollten Kerzen nicht aus den Augen gelassen werden. So können ein Versicherungsfall und möglicher Ärger am besten vermieden werden. «Es ist grundsätzlich ein Risiko und eine Gefahr, Kerzen alleine zu lassen», sagt Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Vor allem Adventskränze stehen schnell in Brand.

Wird dann Hausrat beschädigt - Möbel und alle anderen beweglichen Gegenstände in der Wohnung -, ist das laut Rüter ein Fall für die Hausratversicherung. Schäden an der Immobilie reguliert bei Eigentümern die Wohngebäudeversicherung, Mieter müssen solche Fälle mit ihrem Vermieter klären. «Das Thema Kerzen, Advent, Weihnachtsbaum und Brände: Da können Sie Regalwände mit füllen», sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Vor allem Versicherte mit Verträgen, die vor dem vergangenen Jahreswechsel geschlossen wurden, müssen vorsichtig sein.

Denn am 1. Januar 2008 trat das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) in Kraft. Inhaber von Verträgen, die von diesem Tag an neu geschlossen wurden, sind gesetzlich besser gestellt: Für sie gilt die alte «Alles-oder-Nichts»-Regelung nicht mehr: «Der Gesetzgeber hat damit gesagt: Es muss immer eine Entschädigung nach Quote geben, je nach Schwere des Verschuldens», erklärt Rudnik. Der Fall, dass der Versicherte gar nichts erhält, wenn ihm grob fahrlässiges Verhalten nachzuweisen ist, ist seitdem ausgeschlossen. Für ältere Verträge gilt das aber erst vom kommenden Januar an - Inhaber entsprechender Policen gehen im Advent also besser besonders sorgfältig mit Kerzen und Kränzen um.

Mit der richtigen Police ließ sich solcher Ärger schon immer vermeiden: «Wenn ein Versicherer in den Bedingungen auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichtet, muss sich der Versicherte nicht am Schaden beteiligen», erläutert Rudnik. «Denn er leistet nur bei Vorsatz nicht.» Das sei also unter dem Strich noch besser als ein Vertrag nach neuer VVG-Regelung, nach der möglicherweise 30, 50 oder 80 Prozent des Schadens übernommen werden.

Der Wegfall der Alles-oder-Nichts- Regelung kann für Kunden von Vorteil sein, sagt auch Rüter. Nach wie vor gelte allerdings: Die Rechtsprechung sei nicht in klare Gruppen aufteilbar, aus denen sich dann Verhaltensregeln ableiten ließen. Je nach Fall und Gericht gebe es unterschiedliche Auffassungen. Wer in einem anderen Zimmer einer anderen Tätigkeit nachgeht, während Kerzen brennen, hat dabei laut den Experten zum Beispiel schlechtere Karten als eine Mutter, die ihr schreiendes Kind versorgen muss.

So musste ein Mann, der seine Kerzen 30 Minuten unbeaufsichtigt ließ, einen Schaden von 8600 Euro selbst tragen. In dem Fall, der vor dem Landgericht Krefeld (Az.: 5 O 422/05) verhandelt wurde, vergewisserte sich der Mann zwar bei der Gartenarbeit zwischenzeitlich, ob die Kerzen normal brannten - laut dem Deutschen Anwaltverein in Berlin entschieden die Richter dennoch, er hätte beim Verlassen des Zimmers die Kerzen löschen müssen. Kranz und Baum richtig aufstellen und anzünden Für die Dekoration zu Hause werden am besten frisch gebundene Adventskränze verwendet. Denn trockene Zweige fangen leicht Feuer. Nach dem zweiten Advent sollte frisches Grün her, rät die Aktion «Das Sichere Haus» in Hamburg - länger als zwei Wochen bleiben die Zweige nach Einschätzung von Experten nicht frisch. Niedergebrannte Kerzen sollten rechtzeitig ausgetauscht werden. Von Thorsten Wiese, dpa

dpa-infocom


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