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Schlüsselverlust: Kleine Ursache, dicke Rechnung

Berlin Schnell ist es passiert: Der Schlüssel, gerade noch gesehen, findet sich plötzlich nicht mehr wieder.

Ein kleines Malheur, das große - und vor allem teure - Folgen haben kann.

Beispielsweise dann, wenn es sich um einen Sicherheitsschlüssel handelt und die komplette Schließanlage des Hauses ausgetauscht werden muss. In solchen Fällen können sich die Kosten auf mehrere tausend Euro summieren. Wer aber trägt den Schaden - der Mieter oder der Hauseigentümer? Eine Frage, die bisweilen vor Gericht landet.

Eine gute Nachricht vorweg: «Es zahlt fast nie der Mieter», sagt Ulricht Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Denn der Mieter könne nur in Regress genommen werden, wenn ihn ein Verschulden am Verlust des Schlüssels trifft. Außerdem müsse nachweislich die Gefahr bestehen, dass der Schlüssel zweckentfremdet werden kann.

«Wenn ich beispielsweise im Urlaub meinen Schlüssel im Sand verliere und nachweisen kann, dass er nicht mit einem Namensschild versehen war, dann ist auch ein Missbrauch ausgeschlossen», so Ropertz. Allerdings stehe der Mieter immer in der Beweislast. «Es genügt aber schon, dass ich Bekannte nenne, die bezeugen können, dass der Schlüssel tatsächlich kein Namensschild hatte.»

Anders liegt der Fall, wenn dem Mieter grobe Fahrlässigkeit zum Vorwurf gemacht werden kann: Darunter fällt bereits die weit verbreitete Unsitte, den Schlüssel an einem vermeintlich sicheren Ort außerhalb der Wohnung zu verstecken. Und bleibt der Schlüssel im Auto liegen und wird dann gestohlen, besteht ebenfalls ein Verschulden des Mieters, entschied das Amtsgericht in Berlin-Hohenschönhausen (Az.: GE 2004, 1397).

Egal aber, ob es zum Streit mit dem Mieter kommt oder der Fall sogar vor Gericht landet: «Der Vermieter sollte bei Sicherheitsbedenken in jedem Fall schnell handeln und die Anlage austauschen», rät Wolf-Bodo Friers, Geschäftsführer des Eigentümerverbands Haus & Grund in Berlin. Anderenfalls trage er ein weitaus höheres Risiko: «Wird mit dem verlorengegangenen Schlüssel dann in das Haus oder beim Nachbarn eingebrochen, ist der Schaden doppelt so hoch», erläutert der Jurist. In diesem Fall käme auch keine Versicherung des Vermieters auf.

So sitzt der Hauseigentümer häufig in der Zwickmühle: Er muss einerseits seinen Obhutspflichten gegenüber den anderen Nachbarn nachkommen. Andererseits muss er mit dem Risiko leben, im Zweifel auf seinen Kosten sitzenzubleiben. Klauseln in Mietverträgen, die den Vermieter berechtigen, unabhängig vom Verschulden des Mieters auf dessen Kosten ein neues Schloss anzubringen, seien unwirksam.

Auch ist der Vermieter verpflichtet , den neuen Mieter beim Einzug auf die mögliche Gefahr durch den Generalschlüssel hinzuweisen. Andernfalls muss er möglicherweise einen Teil des Schadens selbst zahlen. Das geht aus einer Entscheidung des Amtsgerichts Bad Schwalbach in Hessen hervor (Az.: NJWE-MietR 97, 174). Der Mieter wiederum steht in der Pflicht, den verlorengegangenen Schlüssel bei seinem Vermieter sofort zu melden.

Gegen den Verlust ihres Schlüssels können sich Mieter aber absichern: Zahlreiche Haftpflichtversicherer schließen dies in ihren Policen mit ein, manchmal sogar auch den Verlust betrieblich genutzter Schlüssel, erläutert Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Weil in der Haftpflichtversicherung generell nicht nach grober Fahrlässigkeit gefragt wird, wäre dann auch der Fall des im Auto liegen gelassenen Schlüssels abgedeckt. Ausgeschlossen bleiben Ansprüche aus Folgeschäden eines Schlüsselverlustes, beispielsweise wegen Einbruchs.

Anders sieht es auch aus, wenn es sich um einen Betrugsfall handeln würde - wenn der Schlüssel beispielsweise bewusst an einen Dieb weitergegeben wird. «Findet das die Versicherung heraus, wird sie sicherlich nicht zahlen», sagt Rüter. Von Tanja Vedder, dpa

dpa-infocom


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