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Auskünfte im Erbfall sind oft mühsam zu bekommen

München Erbstreitigkeiten können Familien entzweien. Oft liegen zwischen Trauer und Nachlassregelung die Nerven blank.

Vor der Frage, wer was bekommt, steht aber oft sogar noch die Ungewissheit, wie groß das Vermögen ist.

In vielen Fällen führt das zu noch mehr Ärger, denn Auskünfte im Erbfall sind nicht immer leicht zu bekommen. Und statt um ihre Gefühle müssen sich Hinterbliebene dann um Anträge oder sogar Klagen kümmern. Ein Grund dafür ist, dass nur Erben einen Anspruch auf Bankauskünfte haben, erläutert Anton Steiner, Fachanwalt für Erbrecht aus München und Vorstandsmitglied im Deutschen Forum für Erbrecht: «Ansonsten gilt das Bankgeheimnis.»

Pflichtteils-Berechtigte - also Kinder, Eltern oder Ehegatten des Gestorbenen, die durch ein Testament von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen wurden -, erhalten von den Banken keine Informationen über das Vermögen des Erblassers. Ihnen bleibt also nur, sich an die Erben zu wenden und notfalls gegen diese auf Auskunft zu klagen.

«Aber diese Auskünfte sind nicht immer sehr genau», sagt Agnes Fischl, ebenfalls Fachanwältin für Erbrecht in München. Zum Teil stellt sie für ihre Mandanten umfangreiche Recherchen an. Wenn zum Beispiel ein Erblasser seinen Sohn zum Alleinerben einsetzt, seine Tochter enterbt und gleichzeitig dem Sohn noch zu Lebzeiten ein Grundstück überschreibt, dann werde es für die Tochter schwierig, Informationen über das Grundstück zu bekommen.

Auch für die Erben selbst kann die Einholung von Auskünften bei der Bank mühsam sein, wie Anwalt Steiner sagt: «Sie müssen einen Erbschein oder ein notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll vorlegen.» Beides erteile das Nachlassgericht. Im Eröffnungsbeschluss stellt das Gericht fest, dass ein vorgelegtes Testament die letztgültige Verfügung des Erblassers und damit wirksam ist. Und im Erbschein werden die Erben bezeichnet, zählt Steiner auf.

Er rät zu einem dritten Weg: zur Erteilung von Vollmachten. «Die Zeit zwischen dem Erbfall und der Erteilung des Erbscheins oder der Testamentseröffnung ist oft problematisch.» Da helfe am besten eine Vollmacht. Wenn der Erblasser schon vor seinem Tod durch eine Vollmacht zum Beispiel seine Erben ermächtigt, über seine Konten zu verfügen, hätten diese es deutlich einfacher.

«Solange der Erbschein nicht da ist, können sich die Erben sonst nicht legitimieren», sagt Steiner. Und in manchen Bundesländern könne die Erteilung eines Erbscheins Wochen dauern. Zum Beispiel um die Beerdigungskosten zu bezahlen, könne eine Vollmacht daher nützlich sein. Außerdem lassen sich mit Vollmacht an mancher Stelle Gebühren sparen, die andernfalls fällig würden.

Probleme gebe es immer wieder , wenn in einer Erbengemeinschaft nur einzelne Erben Informationen verlangen. «Einschränkungen des Auskunftsanspruchs können sich aus dem Willen des Erblassers ergeben», so lautet die Einschätzung von Markus Maibach, Fachanwalt für Erbrecht aus Mayen bei Koblenz. Es sei zum Beispiel möglich, dass der Verstorbene vor seinem Tod eine ausdrückliche Anordnung getroffen habe, wonach die Erbengemeinschaft über bestimmte Konten keine Auskunft erhalten soll. Dann habe das Bankgeheimnis Vorrang.

Literatur: Franz Linnartz, Bankauskunft im Erbfall - Auskunftspflichten der Banken, Bank-Verlag Medien, ISBN-13: 978-3-86556-159-6, 49,00 Euro Wann dürfen Auskünfte im Erbfall etwas kosten? Grundsätzlich ergibt sich aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank, für welche Dienstleistungen sie Geld verlangen kann. Die Autoren des Buches «Bankauskunft im Erbfall» weisen darauf hin, dass eine pauschale Gebühr für die «Nachlassbearbeitung» nicht zulässig ist. Zudem dürften die Kreditinstitute keine Gebühren für die Prüfung der Legitimation der Erben - etwa anhand des Erbscheins - verlangen. Wenn Kontoauszüge und Unterlagen zusammengestellt werden müssen, darf zwar eine Aufwandsentschädigung berechnet werden - allerdings nur in der Höhe, die auch der Erblasser zu zahlen gehabt hätte. Von Stefan Waschatz, dpa

dpa-infocom


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