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Auf Rohstoffe und Renten setzen: Indizes im Kommen

Stuttgart/Frankfurt/Main Jetzt ist es wirklich höchste Eisenbahn: Wer bis Jahresende 2008 noch Fondsanteile kauft, spart sich die Abgeltungssteuer. Voraussetzung ist aber, dass er die Anteile mindestens zwölf Monate hält.

Besonders günstig mit Blick auf die Gebühren sind börsengehandelte Indexfonds - von Fachleuten «Exchange Traded Funds» genannt und mit ETF abgekürzt. Sie bilden statt eines speziell ausgewählten Aktienkorbes einen Index ab. Und der ETF-Markt wird immer breiter: Neben Indizes für Aktien - wie DAX oder EuroStoxx - gibt es mittlerweile auch solche für Anleihen oder Rohstoffe.

Unter Anlegern sind diese Fonds offenbar immer beliebter geworden: «Dieses Marktsegment ist rasant gewachsen», sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. An der Deutschen Börse in Frankfurt werden jeden Monat ETFs für 9,5 Milliarden Euro gekauft und verkauft. Mehr als 370 ETFs stehen im Xetra-Handel zur Auswahl. Neben Klassikern mit einem Schwerpunkt auf Branchen wie der Öl- und Gaswirtschaft gibt es Fonds zu Themen wie Gesundheit, Lebensmittel und Getränke, Haushaltswaren, Chemie oder Rohstoffe - und sogar Fonds mit Firmen, die sich in Infrastrukturprojekten engagieren.

Außerdem spiegeln sich fast alle Wirtschaftsregionen der Welt in der Auswahl wider. «Im Prinzip könnte man den Reispreis in China abbilden», sagt Börsensprecher Torsten Baar. Üblicherweise sind Anteile verschiedener Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen im Topf. Namhafte ETFs enthalten Anteile von zum Teil mehreren Tausend Konzernen. «Schon mit 5000 Euro kann ich also breit streuen», sagt Nauhauser. Das habe den Vorteil, dass sich das Risiko verteilt.

Die Wertentwicklung der Fonds folgt dem jeweiligen Index. Mit diesem System des «Index Tracking» erzielen Kleinanleger zwar keine großen Gewinnsprünge, aber dafür schneiden die passiv gemanagten Fonds nicht schlechter ab als der Markt. Und bessere Ergebnisse, da sind sich die Experten einig, gelangen in der Vergangenheit auch Profis eher selten.

ETFs benötigen mit ihrer Orientierung an einem Index keine hoch bezahlten Fondsmanager oder Analysten. Sie sind damit kostengünstiger als andere Investments. Vor allem der übliche Ausgabeaufschlag und die Bestandsprovisionen sind niedrig. Die Höhe der Zuschläge hängt davon ab, wie Anleger in einen Fonds einsteigen: Onlinebanken bieten üblicherweise bessere Konditionen als Filialbanken.

«Vor einem Kauf sollten Anleger sich aber für einen Markt - zum Beispiel den DAX - entscheiden, in den sie investieren wollen», rät der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) in Frankfurt. Daneben ist das Fondsvolumen ein wesentliches Entscheidungskriterium. Mindestens eine Milliarde Euro sollte ein ETF «schwer» sein. Die Fondsanteile landen - ähnlich wie Aktien - im Depot. Die Order wird an der Börse im elektronischen Handel sofort zu den gerade geltenden Indexkursen ausgeführt.

Derzeit ist der Kauf - wie bei allen Fonds - langfristig noch günstig. Denn ETFs wandeln ihre Erträge in steuerfreie Kursgewinne um. Das Finanzamt kassiert erst bei Auszahlung des Fonds mit. Diese Vergünstigung gilt aber nur noch für bis Ende 2008 getätigte Käufe. Von Januar 2009 an schiebt dann die Abgeltungssteuer der Variante einen Riegel vor. Verbraucherschützer raten Anlegern, einen Einstieg zu prüfen. Gleichzeitig warnt Nauhauser aber vor überstürztem Handeln: «Aktien sind nur was für Anleger mit guten Nervenkostüm.»

Liste mit Indexfond und ETF-Broschüre: www.boerse-frankfurt.com Passive Geldvermehrung: Exchange Traded Funds Börsengehandelte Indexfonds - nach dem englischen Namen ETFs abgekürzt - sind passiv gemanagte Investmentfonds. Weil in ihnen Indizes wie der DAX ohne aktive Auswahl eines Fondsmanagers nachgebildet werden, kommen die Produkte ohne teure Analysen und Managementgebühren aus. Auch hohe Ausgabeaufschläge fallen nicht an. Die Idee stammt aus den USA, wo sie 1971 zum ersten Mal umgesetzt wurde. In Deutschland werden die Fonds seit dem Jahr 2000 gehandelt. Von Monika Hillemacher, dpa

dpa-infocom


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