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Gesundheitsurlaub sollte gut vorbereitet werden

Bonn/Wilhelmshaven Heilbad oder Luftkurort? Seebad oder Kneippbad? Ganz leicht ist es nicht, in dem Begriffswirrwarr den Überblick zu behalten, mit dem Tourismusorte gerne für sich werben.

Die staatliche Anerkennung als Kurort oder Heilbad verläuft dabei nach einem geregelten Verfahren. Grundlage dafür sind nicht zuletzt Kriterien, die der Deutsche Heilbäderverband (DHV) erarbeitet hat. Wer Gesundheitsurlaub oder eine Kur plant, macht sich mit den Grundbegriffen besser vertraut.

«Gut 300 klassifizierte Orte gibt es in Deutschland», sagt der Tourismusforscher Prof. Torsten Kirstges von der Fachhochschule Wilhelmshaven. «Dahinter stehen vor allem bestimme Anforderungen an die Infrastruktur eines Ortes.» Das kann zum Beispiel das Vorkommen natürlicher Heilmittel sein, das Angebot an therapeutischen Behandlungen, das Vorhandensein von Parkanlagen oder eines Kurmittelhauses. «Die 'Begriffsbestimmungen des Deutschen Heilbäderverbandes' erläutern die Kriterien auf rund 100 Seiten», sagt Melanie Klein vom DHV in Bonn. Die einzelnen Kurorte orientieren sich daran, so dass ein einheitlicher Qualitätsstandard gegeben ist.

Bundesweit gesetzlich geregelt ist die Verwendung der Begriffe aber nicht. «Die Länder haben eigene Kurortegesetze», sagt Arne Mellert, Geschäftsführer des Heilbäderverbandes Baden-Württemberg in Stuttgart. «Aber in der Regel wird das identisch gehandhabt.» Unterschiede gibt es aber schon wegen der landschaftlichen Voraussetzungen - Baden-Württemberg etwa hat keine Seeheilbäder, aber Orte mit Heilstollen-Kurbetrieb.

In der Klassifizierung der Begriffe sind «Erholungsort» und «Luftkurort» die «unterste Stufe», sagt Mellert. «Im Luftkurort gibt es vergleichsweise wenig Durchgangsverkehr und eine hohe Luftreinheit. Das ist aber in allen anderen Kurorten auch so.»

In Baden-Württemberg erwirtschaften die Kurorte immerhin deutlich mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes der Tourismusbranche. In Zeiten von Wellness und «Healthness», «Hot-Stone-Rubbing» und Aromatherapie klingen Begriffe wie «Heilbad» oder «Luftkurort» aber irgendwie wie von vorgestern. Solche traditionellen Bezeichnungen verlieren nach Einschätzung von Prof. Kirstges im Bewusstsein der Urlauber tatsächlich an Bedeutung. Die Inflation der Wellness- und Spa-orientierten Urlaubsangebote trage dazu ebenso bei wie die Sparpolitik im Gesundheitswesen, die seit 15 Jahren tiefgreifende Veränderungen in der Kurlandschaft zur Folge habe. «Die Zahl der Übernachtungen hat in einigen Kurorten dramatisch abgenommen.»

Jedoch zeige sich jetzt eine Trendwende: Klassische Kurorte und Heilbäder, die innovativ waren, profitierten von der Gesundheits- und Wellness-Welle, sagt Kirstges. Das deckt sich mit Beobachtungen von Arne Mellert: «Die Gäste bleiben zwar kürzer als früher, aber die Zahl der Gästeankünfte ist zuletzt wieder leicht angestiegen.»

Informationen: Die Broschüre «Die Kur in Deutschland» kann kostenlos bestellt werden beim Deutschen Heilbäderverband, 53113 Bonn, Telefon: 0228/20 12 00, Internet: «deutscher-heilbaederverband.de»

Informationen des Deutschen Heilbäderverbandes: www.deutscher-heilbaederverband.de Erholungsort ist nicht gleich Kurort Nicht jeder Erholungsort ist ein Kurort, und nicht jeder Kurort ist ein Heilbad. Der Deutsche Heilbäderverband hat in seinen Begriffsbestimmungen festgelegt, wann sich ein Ort wie nennen darf:

- Luftkurorte sind Orte mit überdurchschnittlich guter Luftqualität und einem Bioklima, das zu therapeutischen Zwecken hilfreich ist.

- Erholungsorte sind klimatisch und landschaftlich bevorzugte Orte, die vorwiegend der Erholung dienen.

- Kurorte sind Orte, die besondere natürliche Voraussetzungen bieten, zum Beispiel Heilmittel des Bodens, für Kuren, zur Heilung, Linderung oder Vorbeugung von Erkrankungen.

- Kneippkurorte sind Orte, die sich durch ein entsprechendes Bioklima und ihre gute Luftqualität auszeichnen. Die gesicherte Qualität von Kneippkuren muss durch ein Gutachten festgestellt sein.

- Kneippheilbäder sind Orte, für die das alles auch gilt und die bereits seit mindestens zehn Jahren unbeanstandet Kneippkurort sind.

- Heilbäder sind Orte, an denen natürliche Heilmittel, etwa aus einer Thermalquelle oder aus dem Moor, vorhanden sind, die sich nach wissenschaftlichen Erfahrungen in der Kur bewährt haben. Luftqualität und Bioklima müssen ebenfalls entsprechend gut sein.

- Seebäder sind Orte, die darüber hinaus an der Meeresküste oder in deren unmittelbarer Nähe liegen. Dafür gilt eine maximale Entfernung von der Ortsmitte bis zum Strand von zwei Kilometern.

- Seeheilbäder dürfen sich nur so nennen, wenn außerdem die Heilwirkung durch wissenschaftliche Gutachten festgestellt wurde. Von Andreas Heimann, dpa

dpa-infocom


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