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Wo Bussard und Igel ein Zuhause finden

Cottbus Kranich Speedy, Rehkitz Bambi, Storch Lottchen und Waschbär Quinci teilen sich ein Revier: den Hof von Susanne Schmidt.

Die Cottbuser Tierärztin leitet eine Auffangstation für verletzte Wildtiere.

Bei ihr leben Geschöpfe friedlich miteinander, die sich in freier Natur aus dem Weg gehen würden. Für Rehe, Füchse, Bussarde, Eulen, Störche und Igel ist Susanne Schmidt die letzte Rettung. Zur Zeit betreut sie 47 Wild- und Haustiere in den weitläufigen Gehegen und Volieren.

«Vor wenigen Tagen brachte mir die Feuerwehr einen Mäusebussard, der sich in einem Sportplatznetz verfangen hatte», erzählt die 55-jährige Tierärztin. Jetzt sitzt der Vogel majestätisch auf einem Ast in dem großen Vogelkäfig. Sieben Mäusebussarde, Nebel- und Saatkrähen sowie ein Schwarzmilan teilen sich das neue Zuhause. Seit 1988 ist die Chefin der Krankenstation, Schmidt, für die Tierwelt im Einsatz.

Mit einem entkräfteten Schwan vor ihrer Tür fing vor 20 Jahren alles an. «Er lief mir hinterher, wollte Futter und blieb den Winter über bei uns.» Die danach hinzugekommenen Tiere hat Schmidt alle sorgsam in in Ordnern aufgelistet, manchmal auch mit einem Foto. Wie Waschbär Quinci. Er saß neben seiner toten Mutter, die nahe Berlin von einem Auto überfahren wurde. Als Jungtier kam Quinci nach Cottbus, lebt nun in einem großzügigen Gehege und spaziert manchmal über den Hof.

Die meisten Tiere bleiben nur kurz und werden schnell wieder ausgewildert. «Sie genesen zügig, wenn sie Ruhe, Nahrung und die Nähe zu ihren Artgenossen haben», erzählt Schmidt. Andere Tiere, die in der Natur nicht mehr überlebensfähig wären, bleiben bei der Veterinärin. «Diese Tiere fördern die Heilung ihrer verletzten Artgenossen. Die Neuankömmlinge beruhigen sich, wenn sie in der fremden Umgebung auf tierische Verwandte stoßen.»

Wird ein verwaistes Rehkitz oder ein Storch mit einem verletzten Flügel aufgefunden, ist die Tierärztin Anlaufstelle für Privatleute, Tierheime, Feuerwehr und Behörden. Schmidt sieht in den Tieren ihre Lebensaufgabe; seit sieben Jahren verzichtet sie dafür auf Urlaub und steckt jeden Cent in die Auffangstation. Die Kosten muss sie aus eigener Tasche finanzieren, Spenden oder Tierpatenschaften könnten aber der engagierten Frau helfen, die sich von früh bis spät um ihre Schützlinge kümmert. Ihren Einsatz betrachtet sie als Berufung: «Die Tiere sind mein Leben, sie geben mir einen Sinn.» Von Daniela Kühn, dpa

dpa-infocom


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