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Flüssige Kost: Katzen sollten reichlich trinken

Berlin/Frankfurt/Main Beim Fressen sind sie sozusagen bundesligareif, beim Trinken gehören Katzen oft eher in die Kreisklasse.

Dabei ist reichlich Flüssigkeit wichtig für die Gesundheit der Samtpfoten.

Die Halter müssen deshalb dafür sorgen, dass sie genug davon zu sich nehmen - und notfalls mit Tricks und Kniffen arbeiten. Allerdings sind zumindest manche Katzen gar nicht die Verächter flüssiger Kost, für die ihre Besitzer sie halten.

«Katzen neigen zu Erkrankungen des Harntraktes, zum Beispiel zu Blasen- oder Nierensteinen», sagt Tina Hölscher von der Aktion Tier in Berlin. Bei Katern gilt das aufgrund ihrer längeren und engeren Harnröhre noch mehr als bei Katzen. Und auch wenn ein Mangel an Flüssigkeit nicht der einzige begünstigende Faktor ist und auch Übergewicht oder Infektionen eine Rolle spielen, gilt: Je weniger die Vierbeiner trinken, desto größer ist das Risiko.

Mit dem Kürzel FLUTD fassen Experten die Erkrankungen zusammen, sagt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte in Frankfurt. Es steht für Feline Lower Urinary Tract Disease - auf Deutsch umschrieben: schleichende Verstopfung der unteren Harnwege von Katzen. Das «schleichend» zeigt sich darin, dass die Probleme laut Tierärztin Hölscher in der Regel erst bei Katzen im Alter ab etwa zwei bis drei Jahren auftreten und noch nicht bei Babys.

Auf die Frage, warum sich viele Miezen beim Trinken zieren, fehlt noch eine verbindliche Antwort. Elke Deininger von der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes in Neubiberg bei München erläutert eine der Theorien: In heutigen Hauskatzen steckt demnach noch einiges von ihrer mutmaßlichen Urahnin, der Afrikanischen Wildkatze. Sie war als Wüstenbewohnerin an Wasserknappheit gewöhnt und brauchte deshalb auch nicht so viel davon.

Heute liegt der Bedarf einer ausgewachsenen Katze bei etwa 50 bis 60 Milliliter (ml) pro Tag und Kilo Körpergewicht, sagt Astrid Behr. Bei einem Fünf-Kilo-Stubentiger wären das 250 bis 300 ml. «Aber mit dem Beurteilen, ob eine Katze genug trinkt, ist das so eine Sache.» Einige bedienen sich unbemerkt: am Wasserhahn oder aus der Badewanne, aus Blumenuntersetzern oder sogar der Kloschüssel. Bei Freigängern kommen Pfützen oder auch die Gießkanne im Garten dazu.

Auch wenn man sich somit oft nicht sicher sein kann: Wer glaubt, seine Katze erreiche den Richtwert nicht, sollte zunächst eines tun: ihr Feuchtfutter zu fressen geben. «Weil das zu etwa 80 Prozent Flüssigkeit enthält, lässt sich damit schon ein großer Teil des Tagesbedarfs decken», erklärt Tierärztin Hölscher. Zum Vergleich: Bei Trockenfutter beträgt der Anteil nur etwa 10 bis 20 Prozent.

Und wie sorgen Halter trinkfauler Katzen dafür, dass diese über das Futter hinaus Flüssigkeit bekommen? Häufig hilft es, für Abstand zwischen Futter- und Wassernapf zu sorgen. Denn viele Katzen mögen es nicht, wenn beide nebeneinander stehen. Auch hierfür gibt es keine im wahrsten Wortsinn wasserdichte Erklärung. «Aber man vermutet, dass das auf das ursprüngliche Jagdverhalten zurückgeht: Damals hatte die Katze das Wasserloch ja auch nicht direkt neben der Beute.»

Von Vorteil ist es auch, wenn der Wassernapf sauber ist und nicht etwa nach Futter riecht. «Ich würde immer eine Schale für das Wasser nehmen, eine fürs Futter und sie nicht tauschen», empfahl Elke Deininger. Am einfachsten lassen sich Schalen aus Glas, Porzellan oder Edelstahl frei von Gerüchen halten, riet jüngst die Zeitschrift «Ein Herz für Tiere». Plastik und unvollständig glasierte Keramik seien weniger geeignete Materialien.

«Am besten stellt man mehrere Schüsseln auf», rät Tina Hölscher - nach Möglichkeit an den Lieblingsplätzen des Stubentigers. «Man muss seine Katze einfach beobachten», empfiehlt Astrid Behr. Zeigt sich dabei, dass sie immer aus einem ganz bestimmten Blumentopfuntersetzer schlabbert, wird eben dieser zum Futternapf gemacht. Und ist die Wanne die bevorzugte Wasserstelle, gehört sie nach jedem Vollbad gut nachgespült - sonst nimmt die Katze womöglich Seifenreste zu sich.

Vielleicht ist der Knackpunkt aber gar nicht der Napf, sondern das Wasser. «Manche Katzen trinken lieber abgestandenes als frisches», so Deininger. Und obwohl sich eigentlich häufiges Austauschen empfiehlt, lässt der Halter es dann eben etwas länger in der Schüssel. Das wird dem Vierbeiner in der Regel ebenso wenig schaden wie das ebenfalls nicht unbedingt saubere Wasser aus einer Pfütze oder der Gießkanne.

Hilft gar nichts, bleibt Katzenmilch als Lösung. Denn die Miezen trinken allgemein gerne Milch, viele von ihnen vertragen «echte» aber nicht: «Katzen fehlt ein Enzym, das Milchzucker spaltet», wie Behr erklärt. Dauerhafter Durchfall ist oft die Folge. Die im Supermarkt oder im Tierhandel erhältliche Milch ist frei von Milchzucker, auch Laktose genannt. Doch sie ist ein Nahrungsmittel, so dass das Futter reduziert werden muss - am besten das trockene. Von Florian Oertel, dpa

dpa-infocom


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