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Schwaches Licht am Ende des Tunnels

Frankfurt/Main - Dem deutschen Aktienmarkt steht 2009 ein schwieriges Jahr bevor. Experten rechnen damit, dass die Auswirkungen der Finanzkrise in der ersten Jahreshälfte noch voll durchschlagen werden und der DAX im Januar und Februar neue Rekordverluste verzeichnen könnte.

Nach Aufräumarbeiten in den Bilanzen könnte dann frühestens zur Jahresmitte ein schwaches Licht am Ende des Tunnels erkennbar werden.

Mitte Dezember 2008 stand der DAX bei etwa 4700 Punkten. Verglichen mit dem Vorjahresschlussstand von 8067 Punkten büßte er damit rund 40 Prozent ein und verfehlt die Prognosen der Experten eklatant. Sie hatten für Ende diesen Jahres im Durchschnitt einen DAX-Stand von 8390 Punkte prognostiziert. Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser Privatbankiers sagt, auch aktuelle Prognosen könne man «in den Schornstein werfen». Denn: «So etwas wie das vergangene Jahr habe ich in den 38 Jahren, in denen ich mich nun mit Börse befasse, noch nicht erlebt.»

Die enorme Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung und den Fortgang der Finanzkrise dürfte für einen holprigen Start in das neue Börsenjahr sorgen. «Ich denke, dass wir im Januar und Februar kommenden Jahres die Tiefstkurse sehen werden. Ab Ende des zweiten Quartals dürften sich die Märkte dann langsam wieder erholen», sagt Marktstratege Helmer und entspricht damit der Mehrheit der befragten Experten. «Es wird schlechter, ehe es besser wird», fasst die WestLB zusammen. 2009 werde ein schwieriges Jahr, das aber im späteren Verlauf einen zumindest langsamen Aufstieg aus der globalen Rezession bringen könne.

Die LandesBank Berlin sieht aus charttechnischer Perspektive erst bei einem DAX-Stand oberhalb von 5300 Punkten eine nennenswerte Verbesserung der Lage. Auch viele Aktienhändler sehen in der aktuellen Schwächephase - aber anders als häufig üblich - für den Privatanleger nicht unbedingt verlockende Einstiegschancen.

So sieht man bei HSBC in niedrigen Kursen nicht per se eine Garantie für spätere Wertsteigerungen. Vielmehr könnten die Bewertungen in Zeiten unsicherer Gewinn- und Konjunkturprognosen längere Zeit auf niedrigem Niveau verharren, warnt Christian Heger, verantwortlich für Anlagestrategien bei HSBC Global Asset Management. Bei der Privatbank Sal. Oppenheim hoffen die Experten ebenfalls ab dem zweiten Quartal 2009 auf eine allmähliche Stabilisierung der weltweiten Konjunktur. Motiviert durch eine sehr aggressive Fiskal- und Geldpolitik könne der Aktienmarkt Ende des ersten Halbjahres deutlichen Auftrieb spüren.

Der belgisch-niederländische Vermögensverwalter Fortis erwartet ein «Jahr der Extreme». Fortis-Chefanlagestratege William de Vijlder ist zuversichtlich. Zwar würden die Finanzmärkte außergewöhnlich volatil bleiben. Aber: «Die Aktienkurse werden trotz anhaltender Unsicherheiten steigen, weil das derzeitige Kursniveau bereits eine Rezession einpreist.» In der zweiten Jahreshälfte 2009 dürfte sich aus seiner Sicht dann eine allmähliche Konjunkturerholung abzeichnen. Es sei «an der Zeit, nicht nur die Risiken sondern auch die Chancen zu sehen», sagt de Vijlder. Von Sonja Funke, dpa

dpa-infocom