Aktienmarkt schließt mit deutlichen Gewinnen
Frankfurt - Nach überraschend guten US-Konjunkturdaten ist der deutsche Aktienmarkt am Montag sehr fest aus dem Handel gegangen. Der DAX stieg um 3,54 Prozent auf 4.326,87 Zähler und erlebte damit nach zwei Verlusttagen in Folge ein kleines Kursfeuerwerk.
Für den mittelgroße Werte umfassenden MDAX ging es um 3,43 Prozent auf 4.927,47 Punkte aufwärts und der TecDAX legte um 2,20 Prozent auf 459,81 Zähler zu.
Als Antrieb verwies Marktstratege Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank zum Beispiel auf die Meldung, dass in den USA der Sammelindex der Frühindikatoren im abgelaufenen Monat überraschend gestiegen sei. Zudem hätten in den Vereinigten Staaten die Verkäufe bestehender Häuser im Dezember unerwartet zugelegt. Auch dies hätten die Anleger mit Zukäufen honoriert, sagte der Experte. Duwe sieht in dem Kurssprung zu Wochenbeginn jedoch lediglich eine technische Reaktion auf die massiven Verluste seit Jahresanfang. Insofern dürfte sich das Kursplus seiner Meinung nach nicht als nachhaltig erweisen.
Finanztitel zählten in dem positiven Marktumfeld zu den größten Gewinnern. Sie profitierten zudem von einem offenen Brief der britischen Großbank Barclays, in der das Institut nach Ansicht der Börsianer "Stärke" gezeigt und die eigenen Investoren beruhigt hatte. Barclays-Titel schossen daraufhin um 73,24 Prozent auf 89,38 Britische Pence in die Höhe. Commerzbank-Aktien rückten um 5,54 Prozent auf 3,145 Euro vor, und Deutsche-Bank-Papiere gewannen gar 7,14 Prozent auf 18,08 Euro. Auch die Anteile an dem Versicherer Allianz legten deutlich zu und stiegen um 7,54 Prozent auf 65,21 Euro.
Infineon-Papiere standen dagegen mit minus 7,35 Prozent auf 0,63 Euro am Indexende. Händler verwiesen darauf, dass die Aktien aufgrund der geringen Marktkapitalisierung aus dem Fokus gerückt seien. Sie seien ein "Zockerwert", der als Pennystock aufgrund des niedrigen Kursniveaus zumeist entweder am Indexende oder an der Spitze stehe. ThyssenKrupp waren unterdessen nur optisch sehr schwach. Die Aktien des Stahlkonzerns wurden ex Dividende gehandelt. ThyssenKrupp schüttet 1,30 Euro je Aktie aus. Das Papier schloss bei 15,67 Euro - das sind 0,88 Euro weniger als zum Freitagschluss.
Im MDAX brachen Continental-Aktien nach einem Pressebericht über benötigte Staatshilfen um 16,27 Prozent auf 14,31 Euro ein. Kaum scheint der wochenlange Machtkampf zwischen dem Autozulieferer und Großaktionär Schaeffler beendet zu sein, kommt der nächste Paukenschlag: Die beiden hoch verschuldeten Konzerne, die nun zügig einen neuen Autozulieferer-Giganten schmieden wollen, sollen dem "Handelsblatt" zufolge eine Milliarde Euro Staatshilfen bekommen. Ein Händler sagte: "Das scheint ein großes Chaos zu werden. Vor allem die Sorge um eine direkte Investition des Staates belastet Conti-Aktien." Equinet-Analyst Tim Schuldt stuft die Berichte um eine Staatshilfe dagegen als "gemischt" ein und bewertet sich mit einer eher leicht positiven Tendenz. Die Entscheidung bezüglich des verstärkten Zugriffs von Schaeffler auf Conti mit weiteren Aufsichtsratsmandaten kommt dem Händler zufolge indes wenig überraschend.
Die Titel von Jenoptik rutschten nach der Vorlage von Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr an das TecDAX-Ende. Sie verloren 7,27 Prozent auf 5,10 Euro. Während das Zahlenwerk in etwa wie erwartet ausfiel, kritisierten Börsianer vor allem den vorsichtigen Ausblick. Analyst Ingo-Martin Schachel von der Commerzbank stufte das Papier aus Bewertungsgründen von "Hold" auf "Reduce" ab.
Wirecard standen dagegen mit exakt plus 15,00 Prozent auf 4,60 Euro an der Indexspitze. Börsianer verwiesen vor allem auf charttechnische Gründe, nachdem das Papier über 4,20 Euro gestiegen ist. Ein anderer Händler begründete den Kurssprung mit der Mitteilung des Großaktionärs William Blair, der seine Stimmrechte von mehr als 5 Prozent auf 3,54 Prozent gesenkt hatte. Ein Händler sagte: "William Blair war zuletzt ein großer Verkäufer. Womöglich ebbt dieser Druck nun langsam wieder ab."
dpa-infocom
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