Hotline zur Abwrackprämie: Hunderttausende Anrufer
Berlin/Stuttgart Die neue Auto-Abwrackprämie stößt auf riesiges Interesse der Verbraucher.
Bei der Hotline des zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) laufen die Telefone heiß.
So wählten am Montag (19. Januar) etwa 270 000 Anrufer die Nummer, am Dienstag (20. Januar) zählte der Computer rund 150 000 Anrufversuche, berichtete das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag (22. Januar).
Der Großteil der Anrufer kommt nicht zu den Experten durch, die wegen des Ansturms völlig überlastet sind. Alle Informationen rund um die Abwrackprämie von 2500 Euro, die beim Verschrotten des Gebrauchten und dem Kauf eines Neuwagens gezahlt wird, sind auch im Internet unter «bafa.de» nachzulesen. Die Antragsunterlagen sollen ab 27. Januar von der Internetseite heruntergeladen werden können.
Die Bearbeitung erfolgt nach Reihenfolge des Auftragseingangs beim BAFA. «Angesicht des großen Programmvolumens besteht für die kommenden Wochen nicht die Gefahr, dass die Mittel bis zur Entscheidung des Bundeskabinetts am 27. Januar 2009 erschöpft sind», teilt das Bundesamt mit. Rein rechnerisch reichen die vom Bund bereitgestellten 1,5 Milliarden Euro für bis zu 600 000 Anträge. Es gilt das Prinzip «So lange der Vorrat reicht».
Die Abwrackprämie wird den Autoabsatz in Deutschland nach den massiven Einbrüchen der vergangenen Monate vermutlich stabilisieren helfen. Jeder Dritte, der ein neues Auto anschaffen wolle, habe sich wegen der geplanten Förderung dafür entschieden, ergab eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. «Die Abwrackprämie wird die Pkw-Verkäufe deutlich ankurbeln - vor allem im Kleinwagensegment», sagte Studienautor Peter Fuß in Stuttgart.
Insgesamt planen neun Prozent der 1040 Befragten in diesem Jahr den Kauf eines Neuwagens. Fast zwei Drittel (63 Prozent) davon wollen ein Auto von einem deutschen Hersteller, 38 Prozent einen Kleinwagen. Die große Mehrheit (89 Prozent) erwartet einen Preisnachlass. «Auf die sinkende Nachfrage reagieren die Hersteller mit immer höheren Rabatten», sagte Fuß. «Ohne Rabatt wird kaum noch gekauft.»
Wer seinen mehr als neun Jahre alten Gebrauchtwagen verschrottet und dafür einen Neuwagen erwirbt, erhält den bisherigen Plänen zufolge rückwirkend für Käufe ab dem 14. Januar eine Prämie von 2500 Euro. Fast jeder Zweite (47 Prozent) der Befragten gab an, die Förderung sei zu niedrig, um ihn zum Autokauf zu animieren. 43 der Prozent halten die Höhe der Prämie dagegen für angemessen.
Informationen: Die Telefon-Hotline des BAFA ist unter der Nummer 06196/908470 erreichbar
Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: www.bafa.de Abwrackprämie - Was Autokäufer beachten müssen -Die Regelung gilt seit dem 14. Januar und endet am 31. Dezember 2009. Profitieren können alle Besitzer eines neun Jahre oder älteren Gebrauchtwagens (Erstzulassung vor 14. Januar 2000), der seit mindestens einem Jahr auf den eigenen Namen zugelassen ist. Der Halter muss sein Altfahrzeug verschrotten und abmelden. Parallel kauft er einen Neu-, Jahres- oder Leasingwagen ab Euro-4-Abgasnorm und meldet ihn bei der Zulassungsstelle an. Jahreswagen dürfen nicht älter als ein Jahr sein.
-Ein Neuwagenkauf noch vor Ende Juni lohnt sich, weil der Käufer dann zusätzlich den Steuerbonus aus dem ersten Konjunkturpaket mitnehmen kann. Wer bis dahin einen umweltfreundlichen Neuwagen zugelassen hat, muss für ein Jahr keine Kfz-Steuer bezahlen. Bei besonders schadstoffarmen Modellen läuft die Befreiung bis Ende 2010.
-Zuständig für die Anträge ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn bei Frankfurt/Main. Dort müssen mit Originaldokumenten (keine Kopien) die Verschrottung bei einem staatlich anerkannten Schrotthändler sowie die Zulassung des alten und neuen Wagens auf den eigenen Namen nachgewiesen werden. Die Behörde prüft die Unterlagen und überweist die 2500 Euro. Ab 27. Januar können die Anträge auf der Internetseite «bafa.de» heruntergeladen werden.
-Autokäufer können sich die Behördengänge auch sparen und den Händler beauftragen, bei dem sie ihr neues Auto kaufen. Er reicht dann alle Unterlagen beim BAFA ein und muss sich auch um die Verschrottung des Gebrauchten kümmern. Die 2500 Euro werden dann direkt vom Endpreis des Neuwagens abgezogen. Das Geld holt sich der Händler vom Bundesamt zurück. Aufgepasst: Der Käufer sollte darauf achten, dass er zusätzlich zur Prämie mit dem Händler die von den Herstellern gewährten Rabatte aushandelt.
dpa-infocom
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