Nach Kurzarbeit: Volkswagen baut wieder Autos
Wolfsburg - Nach einer Woche Kurzarbeit in den deutschen VW-Werken sollten von Sonntagabend an wieder Autos von den Bändern rollen. Wegen der Absatzkrise streicht der Konzern alle noch verbliebenen Leiharbeiter-Stellen weltweit.
Zum ersten Mal seit 25 Jahren hatte es bei Europas größtem Autobauer in der vergangenen Woche Kurzarbeit gegeben. Betroffen waren rund 61 000 der etwa 92 000 Beschäftigten im Stammwerk Wolfsburg sowie in den Fabriken in Emden, Hannover und Zwickau. Die Sparte Forschung und Entwicklung sowie Teile der Komponentenfertigung blieben von der Regelung unberührt.
Berichte über eine starke Nachfrage nach Kleinwagen-Modellen von VW aufgrund der Abwrackprämie sorgten unterdessen für Wirbel. Die Bundesagentur für Arbeit nahm Volkswagen deswegen genauer unter die Lupe und forderte «ergänzende Informationen» zur Kurzarbeit. Falls diese aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit nicht rechtmäßig wäre, würde die BA kein Kurzarbeitergeld bezahlen. VW hatte die Kurzarbeit im Januar angekündigt, vor dem Ansturm auf die Abwrackprämie.
Ein VW-Sprecher sagte: «Aus unserer Sicht ist alles ordnungsgemäß gelaufen. Wir sind mit der Agentur für Arbeit in der einvernehmlichen Klärung.» Die Bundesagentur zahlt bei Kurzarbeit für die ausgefallene Zeit einen gewissen Prozentsatz des wegfallenden Netto-Entgelts - 60 Prozent bei Kinderlosen, 67 Prozent bei Eltern.
Indessen streicht Volkswagen wegen der Absatzkrise in diesem Jahr alle noch verbliebenen 16 500 Leiharbeiter-Stellen weltweit. «Das ist für die Betroffenen nicht schön, aber daran führt kein Weg vorbei», sagte VW-Chef Martin Winterkorn dem «Spiegel». Die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft seien vorerst nicht bedroht. Ein Unternehmenssprecher sagte dazu, zehn Prozent der auslaufenden Leiharbeiter-Verträge bestünden in Deutschland.
VW erwartet früheren Angaben zufolge 2009 einen konzernweiten Absatzrückgang von zehn Prozent. Bislang habe das keine Auswirkungen auf die fest angestellten Beschäftigten, sagte Winterkorn. «Für dieses Jahr sehe ich da keine Probleme», sagte der VW-Chef. «Erst wenn es dann nicht mehr weitergeht, müsste man über andere Dinge nachdenken.»
dpa-infocom
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