Deutsche Telekom mit Gewinnplus 2008
Bonn Die Deutsche Telekom will trotz Wirtschaftskrise und Umbauplänen ihre Gewinne im laufenden Jahr stabil halten.
Die Telekommunikations-Branche ist nach den Worten von Konzernchef René Obermann krisenresistenter als andere Industrien.
Der Bonner Konzern habe aber auch unabhängig von der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise Kostensituation und Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert, sagte Obermann am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz.
Am Donnerstag hatte die Telekom einen tiefgreifenden Umbau angekündigt. «Aus unserer Sicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, den nächsten Schritt in Richtung Integration von Mobilfunk und Festnetz zu gehen», sagte Obermann. Für die Umsetzung der Integrationspläne wurden auch neue Vorstandsressorts unter anderem für die Beteiligungen in Osteuropa geschaffen.
Erwartete Synergien aus der Zusammenlegung von Mobilfunk und Festnetz wollte Obermann zunächst nicht beziffern. Zum Nachfolger des scheidenden Finanzvorstands Karl-Gerhard Eick wurde der bisherige Chef der Festnetzsparte T-Home, Timotheus Höttges, ernannt. Eick übernimmt am März die Führung beim Essener Handelskonzern Arcandor.
Im abgelaufenen Jahr hatte der Konzern vor allem dank seiner Mobilfunkaktivitäten den Gewinn gesteigert. Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA stieg auf 19,5 Milliarden Euro und lag damit leicht über dem von Obermann ausgegebenen Ziel. Die Umsätze gingen hingegen wegen negativer Währungseffekte leicht zurück. Unterm Strich steigerte die Telekom den Überschuss unter anderem wegen niedrigerer Personalaufwendungen auf rund 1,5 Milliarden Euro. «Wir können heute ein sehr gesundes Unternehmen präsentieren», sagte Eick.
Für die Zukunft setzt Telekom-Chef Obermann auch weiterhin auf das Sparprogramm «Save for Services». Bislang seien dadurch Kostensenkungen in Höhe von 4,1 Milliarden Euro erreicht worden. Den größten Beitrag habe der Bereich Breitband/Festnetz geliefert. Bis 2010 will Obermann bis zu 4,7 Milliarden Euro einsparen.
Wachstumsmotor der Telekom ist außerdem weiterhin das Mobilfunkgeschäft im Ausland. In den USA seien hohe Steigerungsraten erzielt worden, auch die Gesellschaften in Zentral- und Osteuropa hätten das Wachstum angetrieben. Die Beteiligung an der griechischen OTE wird vom 1. Februar 2009 an voll konsolidiert. Auf dem deutschen Markt kämpft die Telekom weiterhin mit sinkenden Umsätzen, auch in Großbritannien machte den Bonnern der harte Wettbewerb zu schaffen. Hohe Steigerungsraten verzeichnete der Konzern außerdem bei mobilen Datenumsätzen. In den USA soll der Ausbau von Mobilfunknetzen der nächsten Generation (3G) im laufenden Jahr vorangetrieben werden. Die Mobilfunkbranche sieht das mobile Internet als Wachstumsmarkt.
Im Festnetzgeschäft gingen die Umsätze unterdessen weiter zurück. Auf dem deutschen Markt lagen Umsatz- und Ergebnisrückgang aber im Rahmen der Erwartungen. Das Geschäft der Großkundensparte stabilisierte sich dank mehrerer Großaufträge weiter. Dabei habe auch die vor einem Jahr geschlossene Partnerschaft mit Cognizant Früchte getragen. Der Bereich steckt in einem tiefen Umbau, mehr als hunderttausend Geschäftskunden werden künftig von der Festnetzsparte betreut.
Sparen will die Telekom auch weiter beim Personal. 2008 sank die Zahl der Beschäftigten um mehr als 10 000 auf rund 230 000 Mitarbeiter. Der Personalabbau soll nach den Worten des zuständigen Vorstands Thomas Sattelberger in dieser Größenordnung weitergehen. Der geplante Konzernumbau soll allerdings keine Arbeitsplätze kosten. Es sei eine Verabredung getroffen worden, dass es weder Personalabbau, Kündigungen noch eine Veränderung in den Konditionen geben werde, sagte Aufsichtsratsmitglied und ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder. Die Telekom verhandelt derzeit mit der Gewerkschaft ver.di über die Entgelte für die rund 50 000 Tarifbeschäftigten.
dpa-infocom
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