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Happy-End nach «Psychokrieg»: Angerer holt Bronze

Liberec In einem «Psychokrieg» über 50 Kilometer hat Tobias Angerer die Nerven behalten und den deutschen Langläufern mit Bronze die so sehnlich erhoffte WM-Einzelmedaille beschert.

Beim Finale der Titelkämpfe im tschechischen Liberec kam der Vachendorfer in einem an Spannung kaum zu überbietenden Endkampf auf Platz drei und sicherte dem deutschen Langlauf-Team die vierte Medaille. Lediglich der langsam zu einem deutschen Alptraum werdende Norweger Petter Northug und der Russe Maxim Wylegschanin waren im Sprint schneller als Angerer, in dessen Sog der Oberwiesenthaler René Sommerfeldt Platz sechs erreichte.

«Ich wollte schon um Gold mitlaufen , aber jetzt bin ich froh, dass es Bronze geworden ist», sagte Angerer nach seinem vierten Rennen bei diesen Titelkämpfen. «Normalerweise ist nach der Staffel die Luft raus, aber ich habe mich gut gefühlt und bin deshalb auch angetreten», erzählte der Bayer, der besonders von der Möglichkeit des Skiwechsels schon nach der ersten Runde profitierte. «Da hatte ich einen schlechten Ski, doch danach lief es richtig gut.»

Wie gut seine Form ist, bewies er, als er nach 35 Kilometern eine 15-Sekunden-Lücke zum Franzosen Vincent Vittoz und Northug praktisch im Alleingang schloss. «Da hatte er taktisch etwas falsch gemacht, war nicht vorn dabei und musste sehr viel investieren. Vielleicht hat er da auch ein paar entscheidende Körner verloren», analysierte Bundestrainer Jochen Behle, der ansonsten nichts am Auftritt von Angerer auszusetzen hatte.

«Speziell mit Northug habe ich mich heute duelliert. Das ging schon während des Rennens los. Er hat wohl gemerkt, dass ich ganz gut drauf bin. In der letzten Runde wurde es dann unfair. Er ist nur noch auf den Körper gegangen und hat geschaut, was ich mache», erzählte Angerer über den «Psychokrieg» vor und am letzten Anstieg. «Im Endeffekt muss man aber anerkennen, dass er im Spurt der Schnellste war. Aber irgendwann knacke ich den Burschen», betonte der Vachendorfer, der sich mit stolzgeschwellter Brust von der WM verabschiedete.

«Ich habe den Weg zurück gefunden. Das ist das Schönste nach der langen Durststrecke. Wir haben aus Fehlern gelernt, das Training etwas reduziert und dafür mehr Erholungsphasen eingelegt. Vielleicht war es auch Glück für mich, dass ich im Dezember krank war und daher nicht so viele Wettkämpfe in den Beinen hatte», meinte der 31- Jährige.

Als Angerer freudestrahlend die Medaille erhielt, schaute Sommerfeldt trotz des sechsten Ranges etwas traurig zu. Der Oberwiesenthaler hatte das beste Rennen der Saison abgeliefert und selbst mit einer Medaille geliebäugelt. «Und genau dann, wenn es nicht passieren darf, hatte ich einen Stockbruch. Ich bin fast eine Ewigkeit mit einem Stock gelaufen. Damit war meine super Ausgangsposition dahin», sagte der Sachse, der im Frühjahr entscheiden will, ob er die Olympia-Saison noch angeht. «Mit Schmerzen die Vorbereitung zu bestreiten, macht keinen Spaß», sagte er mit Verweis auf seine Achillessehnenbeschwerden. Behle kündigte an, alles zu tun, um dieses Problem rechtzeitig zu lösen: «Wir können ihn in Vancouver sehr gut gebrauchen.»

dpa-infocom



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