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TuS Koblenz

Derby-Niederlage als Betriebsunfall

Kaiserslautern Anders als das 5:0 im Hinspiel lieferte das Koblenzer 1:2 beim 1. FC Kaiserslautern wenig Stoff für einen Eintrag in den Geschichtsbüchern.

Zu überschaubar war der Vortrag der TuS, die es nicht schaffte, an die Leistung aus den Vorwochen anzuknüpfen.

Natürlich wird auch diese Partie aufgearbeitet werden im Lager von TuS Koblenz. Trainer Uwe Rapolder und die Seinen werden sichten, analysieren und ihr Schlussfolgerungen ziehen aus dem 1:2 beim 1. FC Kaiserslautern. Nur so viel stand auch kurz nach dem Spiel bereits fest: Von einem Rückschlag nach zuvor vier siegreichen Begegnungen in Serie wollte kein Koblenzer etwas wissen.

Die Niederlage im Derby, ein schnell zu reparierender Fehler im Betriebssystem, so klagen durchweg die Interpretationen auf TuS-Seite. "Eine unglückliche Niederlage", hielt Mittelfeldmotor Goran Sukalo fest und war sich sicher: "Wir waren heute die bessere Mannschaft, das musste nicht sein." Auch Chefcoach Rapolder stimmte die "Art und Weise, wie wir heute gespielt haben", zuversichtlich, schon am Freitag gegen Rostock wieder ein positives Ergebnis einfahren zu können. Die Psychologie, die hinter diesem bewusst gestreuten Optimismus steckte, war klar. Jetzt bloß nicht wieder in alte Zeiten zurückfallen, nur nicht wieder zweifeln am positiven Ausgang des Unternehmens Klassenverbleib. Fußball ist eben zuvorderst Kopfsache, wie Rapolder auch sonst nie müde wird zu betonen.

Aber eben gerade im Kopf waren die spielerisch deutlich unterlegenen Pfälzer den besseren Fußballern der TuS am Derbyabend ein Stück voraus. Auch wenn Rapolder das energisch von sich wies, so hatte sich auf der Tribüne doch manch einer des Eindrucks nicht erwehren können, dass die FCK-Akteure den entscheidenden Tick heißer waren auf den Erfolg. Das anerkannte auch der TuS-Trainer in gewisser Weise, der als Zugeständnis an den Verlauf insbesondere der zweiten Hälfte eingestand, dass der Lauterer Sieg "sicher nicht unverdient" war.

Ohnehin lag die entscheidende Phase des Spiels auf einem Rasen, der jedem Gartenfreund die Tränen in die Augen treibt, nicht in der zerfahrenen und von verbissenem Kampf geprägten zweiten Halbzeit. Nein, zwischen der 20. Minute und dem Pausenpfiff vergab die TuS die große Chance, dem Spiel aus ihrer Sicht die Wende zum Positiven zu geben. Da, unmittelbar nach Njazi Kuqis zwischenzeitlichem Ausgleichstreffer, hatten die Koblenzer die auf einmal rat- und planlos agierenden Gastgeber völlig im Griff. Zu dumm nur, dass der Rapolder-Elf an diesem Abend die Durchschlagskraft im Angriff völlig abging. Wenn die Lauterer in diesen 25 Minuten auch sonst nicht viel zustande brachten, so schafften sie es doch, der TuS die klaren Einschussmöglichkeiten zu verwehren. "Da hätten wir einfach das zweite Tor machen müssen", trauerte Rapolder der Chance nach, den Derby-Erfolg unter Dach und Fach zu bringen.

So aber reichte ein lichter Moment des ehemaligen Kob-lenzers Anel Dzaka in einer ansonsten ereignisarmen zweiten Halbzeit, um ein Derby zu entscheiden, das fußballerisch nahezu alles vermissen ließ. Dass die TuS weitaus besser Fußball spielen kann, hat sie in den vier Partien zuvor bewiesen. Da, und sicher nicht an der Vorstellung von Kaiserslautern, werden Sukalo und Co. gegen Rostock anknüpfen wollen. Zu dem Ergebnis dürften auch Rapolder und seine Spieler kommen, nachdem sie das Derby gesichtet, analysiert und ihre Schlussfolgerungen gezogen haben ... (Klaus Reimann)

RZO



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