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Experten: Internet ist kein Fernseh-«Killer»

Mainz Das Internet wird die konventionellen TV-Programme nach Expertenmeinung nicht verdrängen, sondern weiter ergänzen.

«Das Internet ist nicht der Killer des Fernsehens. Man braucht und unterstützt sich gegenseitig», sagte ZDF-Intendant Markus Schächter am Montag zum Auftakt der 42. Mainzer Tage der Fernsehkritik. Nach der analogen TV-Ära beginne nun eine Multimedia-Ära. Die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Nachrichten im Internet führe aber auch dazu, dass das Interesse der Menschen an regelmäßigen Informationen sinke, sagte die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher.

Vor allem jüngere Mediennutzer gingen dadurch als stetige Zuschauer von Nachrichtensendungen verloren. «Das Internet verändert die Nutzung aller anderen Medien, da es Informationen auf Bedarf liefert», sagte die Medienforscherin. Dies greife die Vorstellung an, dass sich solides Wissen auf kontinuierlicher Information aufbaut. Bei dem zweitägigen Treffen diskutieren rund 400 Medienexperten unter dem Motto «Leitmedium auf Bewährung» über die Zukunft des Fernsehens.

Insgesamt habe sich das Spektrum der Interessen bei den unter 30- Jährigen in den vergangenen Jahren verengt, sagte Köcher. Darunter litten vor allem gesellschaftliche Themen aus Politik, Wissenschaft, Kunst und Umweltschutz. «Es wird den Trend geben, dass sich ein größerer Teil der Bevölkerung auf "Brot und Spiele" zurückzieht und wenig Interesse an Informationen hat.»

Mit der stärkeren Internet-Nutzung habe sich auch die TV-Nutzung erhöht, sagte der Fernsehforscher vom US-Sender NBC, Horst Stipp, über den amerikanischen Medienmarkt. Dass beide Medien sich ergänzen, habe sich etwa bei der Vereidigung von US-Präsident Barack Obama gezeigt. Das Ereignis - das tagsüber stattfand - hätten rund 40 Millionen Menschen live im Fernsehen und nochmals ebenso viele zeitgleich im Internet angeschaut.

Internet: www.mainzertage.zdf.de

dpa-infocom



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