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Sittiche auf dem Vormarsch fliegen nicht auf den Mittelrhein

Rheinland-Pfalz In Mainz und Wiesbaden entzücken sie immer wieder Spaziergänger, in Bonn staunen Touristen über die bunten Vögel – doch in den Städten dazwischen können Papageienfreunde offenbar lange warten, bis ihnen Halsbandsittiche ums Haus flattern.

Der eigentlich in Asien heimische Exot ist zwar auf dem Vormarsch, der Mittelrhein bleibt nach Einschätzung des Biologen Michael Braun aber weißer Fleck auf der Karte der bunten Vögel. Das sagte Braun beim Rheinland-Pfälzischen Faunistentag. Dort war den Sittichen ein eigenes Thema gewidmet. „Die Tiere bevorzugen flache Gebiete“, so Braun. Weite Teile des Mittelrheins sind für die Papageien schlicht zu bergig.

Der Ausbreitung der Tiere , die Nachkommen entflogener Vögel sind, werden noch andere Grenzen gesetzt: Sie bevorzugen nicht nur ebenes Gelände, sondern auch wärmere Gegenden wie das Rheintal oder Stadtgebiete. „Halsbandsittiche werden nie die Wälder erobern.“

Dafür zählt Braun allein in Ludwigshafen 1600 Tiere. Darüber hinaus gibt es Halsbandsittiche etwa in Wiesbaden, Mainz, Köln und Bonn. Bei der Konferenz rüttelten Teilnehmer an einer Information, die bislang in der wissenschaftlichen Fachliteratur als unumstößlich galt: Die ersten Vögel flatterten 1969 durch Köln. Bei der Konferenz hieß es aber, dass bereits in den 60er-Jahren die ersten grünen Papageien mit blauem Schwanz und rotem Schnabel in Wiesbaden gesichtet wurden. Dort ist inzwischen mit den Alexandersittichen eine weitere Art heimisch geworden.

Sicher ist, dass die Vögel gern die Jungen in verlassenen Bruthöhlen von Spechten aufziehen und damit heimischen Vögel die Nistplätze streitig machen. Dort brüten sie im März und April zwei bis sechs Eier aus. Nach sieben Wochen verlassen die Jungtiere das Nest.

Heiko Beckert

RZO