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Frühwarnsystem für exotische "Zuwanderer" gefordert

Koblenz Die Halsbandsittiche sind nur ein Beleg: Deutschland ist ein tierisches Einwanderungsland.

Während die Papageien eher als harmlos gelten, machten sich die Referenten beim Faunistentag wegen anderer Zuwanderer mehr Gedanken.

Die Probleme werden künftig größer , befürchtet Carsten Renker vom Naturhistorischen Museum, das mit der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR) das Treffen organisierte. Renker macht den globalen Handel und Klimawandel für die Ausbreitung von Organismen verantwortlich.

Bisher gibt es in Deutschland relativ wenige etablierte Neozoen – so nennen Biologen Tiere und Pflanzen, die etwa als blinde Passagiere in Fracht eingeschleppt werden. Frank Klingenstein vom Bundesamt für Naturschutz geht von etwa 400 Pflanzen und 300 Tieren aus. Teils ist ihr Weg nachvollzogen wie beim asiatischen Laubholzbockkäfer, der erstmals bei Steinmetzbetrieben in Granitlieferungen aus China auftauchte und sich nahe Bonn und bei Passau festgesetzt hat.

Wenige Arten können einen Lebensraum umkrempeln, sagte Stefan Nehring vom Gutachterbüro Aqua et Terra: „Der Rhein bei Koblenz ist von Neozoen dominiert.“ Schalen der asiatischen Körbchenmuschel würden oft fälschlicherweise als Überreste „typischer Rheinmuscheln“ angesehen. Hat sich ein Neozoon erst etabliert, ist die Art kaum auszurotten. Das zeigt der Ochsenfrosch, der Anfang der 90er-Jahre in Karlsruhe auftauchte und sich trotz massiver Bemühungen weiter ausbreitet.

Klingenstein plädierte für ein Frühwarnsystem und Sofortmaßnahmen, wenn invasive Arten auftauchen. Da gebe es noch einiges zu tun: Der Gesetzgeber habe die Gefahr zwar erkannt, doch die Regelungen seien unzureichend. Zudem hapert es an der Umsetzung: „Ich weiß nicht, wem ich eine neue Art melde“, klagte ein Teilnehmer.

be

RZO