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Raumfahrt

Shuttle sicher daheim - Weltraumtourist in der ISS

Moskau/Washington Zwei Jahre nach seinem Jungfernflug ins All ist der US-Millionär Charles Simonyi (60) zum zweiten Mal als Weltraumtourist in der Internationalen Raumstation ISS eingetroffen.

Das Sojus-Raumschiff mit dem aus Ungarn stammenden Software-Entwickler und einer neuen ISS-Langzeitbesatzung dockte am Samstag um 14.05 Uhr deutscher Zeit am Außenposten im Weltraum an - neun Minuten früher als geplant, aber nicht ohne Probleme. Kosmonaut Gennadi Padalka musste die Kapsel in der letzten Phase manuell an die Station heransteuern, weil scheinbar ein Sensor zur Überwachung der Motoren nicht richtig funktionierte. Das Manöver von Hand sei reibungslos verlaufen, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau am Sonntag mit.

In Florida kehrte am Samstag die US-Raumfähre «Discovery» nach 13-tägiger Mission sicher zurück. Der Shuttle mit sieben Astronauten setzte um 20.13 Uhr MEZ auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral auf - wegen schlechten Wetters im Zielgebiet eineinhalb Stunden später als geplant. Belohnt wurde die Geduld mit einer Bilderbuchlandung unter blauem Himmel. Wichtigster Punkt der Reise war die Installation eines vierten und letzten Paares von Sonnensegeln an die ISS.

Als weiterer Erfolg konnte dank einer vom Shuttle mitgebrachten Ersatz-Destillierungszentrifuge eine supermoderne Anlage zum Umwandeln von Urin sowie Kondenswasser in der Atemluft in Trinkwasser zum Funktionieren gebracht werden. Proben, die die «Discovery» zur Erde brachte, werden nun untersucht. Sollten sie in Ordnung sein, bekommt die ISS-Besatzung grünes Licht zum künftigen Genuss. Ein Schönheitsfehler: Bei einem von drei Außenbordeinsätzen gelang es Astronauten nicht, eine verklemmte Plattform zum Verstauen von Vorräten herauszuziehen. Dies soll bei einer künftigen Mission geschehen. Der nächste Shuttle-Start ist für den 12. Mai vorgesehen. Dabei wird es um die Reparatur des Hubble-Weltraumteleskops gehen.

Simonyi, der sich im April 2007 zwei Wochen im All aufgehalten hatte, soll am 7. April zur Erde zurückkehren. Er ist der erste Weltraumtourist, der zwei Mal die ISS besuchte. Padalka und US-Astronaut Michael Barratt, die den 60-Jährigen mitbrachten, bleiben bis Mitte Oktober in der Station. Die Sojus war am Donnerstag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aufgebrochen. Padalka traf knapp 350 Kilometer über der Erde einen guten Bekannten: Mit dem US-Astronauten Michael Fincke war er 2004 sechs Monate lang auf der ISS.

Fincke soll am 7. April mit Simonyi und dem russischen Kosmonauten Juri Lontschakow zurückkehren. Die verbleibende 19. Langzeitbesatzung - Padalka, Barratt und der Japaner Koichi Wakata - soll auf der ISS den vollen Stationsbetrieb mit künftig sechs Dauerbewohnern vorbereiten. Schon für Ende Mai ist der Start des zusätzlichen Trios geplant. Dann soll der Belgier Frank de Winne als erster Astronaut der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA das ISS-Kommando übernehmen.

Wann der nächste Weltraumtourist nach Simonyi zur ISS fliegt, steht noch in den Sternen. Durch das Aufstocken der Dauerbesatzung gebe es in den Sojus-Kapseln bis mindestens 2012 keine Plätze mehr, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit. Simonyi zahlte nach eigenen Angaben 35 Millionen US-Dollar (26 Millionen Euro) für das Vergnügen - zehn Millionen Dollar mehr als für seine Reise 2007.

dpa-infocom



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