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Wissenschaft

Angstgedächtnis bei Ratten gelöscht

New York Forscher haben bei Ratten das Angstgedächtnis gelöscht, ohne dabei Medikamente zu verwenden.

Die unangenehmen Erinnerungen der Tiere wurden «überschrieben», wenn sie kurz nach den negativen Erfahrungen anderen Reizen ausgesetzt waren.

Das fanden Marie Monfils von der New York University und Kollegen heraus. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse in dem amerikanischen Fachjournal «Science» (online vorab). Die Forscher hatten die Nager anfangs in Angst versetzt, indem sie ein Geräusch erklingen und einen elektrischen Schock folgen ließen. Schließlich löste allein der Klang die Empfindung eines Stromschlags aus.

In der Folge setzten die Wissenschaftler die Ratten einer Serie von Tönen aus, diesmal blieb der Elektroschock allerdings aus. Die so behandelten Tiere zeigten nun weniger Angst. Das funktionierte aber nur unter dieser Bedingung: Die Ratten mussten dann behandelt werden, wenn die negative Erinnerung noch frisch im Gedächtnis war. Die Forscher schließen daraus, dass mit dieser Methode der Angstgedanke anscheinend permanent «überschrieben» wird - ohne Einsatz von Arzneien. Möglicherweise könne mit dieser Technik künftig auch Menschen mit psychischen Problemen beziehungsweise unheilvollen Erinnerungen geholfen werden, hieß es in dem Bericht weiter.

Vor kurzem hatten Forscher um Sheena Josselyn von der Universität Toronto (Kanada) Nervenzellen im Hirn von Mäusen getötet und damit ebenfalls gezielt und dauerhaft das Angstgedächtnis der Tiere gelöscht. Die Resultate geben weitere Hinweise darauf, in welchen Regionen und sogar in welchen Nervenzellen das Gehirn seine Angsterfahrung speichert. Über mögliche Anwendungen dieser Technik ­ etwa um psychisch Kranken zu helfen ­ verliert die Gruppe um Josselyn in ihrer Grundlagenstudie allerdings kein Wort. Beschrieben wurden die Experimente ebenfalls in «Science».

dpa-infocom



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