pic Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Land & Region     » regioticker     » regiolinks     » aus dem Land     » „mehr” aus der RZ

Rheinland-pfälzische Schüler drängen auf Sexualkunde-Reform

Rjheinland-Pfalz Gerade ist eine strenggläubige Familie aus Schwaben wegen des Sexualkundeunterrichts in die USA geflüchtet und sucht Asyl. Die Vorstellungen der rheinland-pfälzischen Landesschülerkonferenz zur Reform des Unterrichts könnten auch weniger konservative Eltern zum Weglaufen empfinden. Die rheinland-pfalzischen Richtlinien für die Lehrpläne stammen von 1987 und lassen nach Ansicht der Landesschülerkonferenz wichtige Punkte aus .

Die Landesschülerkonferenz setzt sich vehement dafür ein, dass die Richtlinien für die Lehrpläne des Sexualkunde-Unterrichts erneuert und ihren Wünschen angepasst werden. Sie sind für rheinland-pfälzische Gymnasien und Gesamtschulen schon 22 Jahre alt. „Es ist schlimm genug“, sagt die im Landesvorstand der Schülervertretung engagierte Mainzer Gymnasiastin Hanna Zoe Trauer (17), „dass die Inhalte von 1987 für heute immer noch gelten.“ Das Thema dominierte auch die jüngste Landesschülerkonferenz unter dem Motto „Finde den Unterschied – Sexualität und Geschlechterverhältnisse in der Schule“.

Zwar könnten fürs nächste Schuljahr neue Richtlinien in Kraft treten. Das aber steht noch lange nicht fest. „In den vergangenen Jahren ist die Überarbeitung der Pläne immer wieder aktuellen, politischen Gründen zum Opfer gefallen“, erklärt Ute Schmatzinski-Damp, die als Referentin am Ministerium für Lehrpläne des naturwissenschaftlichen Unterrichts zuständig ist. Eine unter anderem aus Schüler-, Lehrer- und Elternvertretern bestehende Arbeitsgruppe hat bereits neue Richtlinien auf die Beine gestellt, die werden aber aktuell noch geprüft. Und sind auch nicht nach dem Geschmack der Landesschülervertretung. Denn ihr fehlt zum Beispiel der Aspekt, dass Sex vor allem lustbedingt stattfindet. „Das Thema Sexualität ohne den Lustaspekt zu betrachten, führt die Novellierung der Richtlinien ad absurdum, da diese auf einem modernen Weltbild und Jugendverständnis aufbauen, in welchem Lust eine zentrale Rolle spielt und weiterhin spielen sollte“, argumentieren die Schüler.

Zudem sind sie der Meinung, dass bisherige Rand〜themen stärker in den Fokus gerückt werden sollten. So sollen Homo-, Bi- und Trans〜sexualität stärker thematisiert werden. „Wir sehen das dadurch gerechtfertigt, dass gerade der Bereich der sexuellen Orientierung ein stark in der jugendlichen Sexualität verankerter Punkt ist, der jedoch kaum thematisiert wird – vor allem in der Schule, dem Lebensraum für junge Menschen, die dieses Thema betrifft“, heißt es von Seiten der Landesschülervertretung.

„Ich kann verstehen, dass die von uns geforderten Punkte von den Lehrern ein Höchstmaß an Sensibilität erfordern“, sagt Julian Knop vom Nikolaus-von-Kues-Gymnasium in Bernkastel-Kues, der sich offen zur Homosexualität bekennt. „Aber es ist der falsche Weg, sie komplett zu verschweigen. Und das wird überall gemacht.“

Dem 18-Jährigen ist es zudem ein Dorn im Auge, dass Homosexuelle noch lange nicht toleriert werden. „Es ist sogar so“, erzählt er, „dass das Wort schwul für alle möglichen Dinge als Beleidigung herhalten muss. Die Schule ist schwul, Lehrer sind schwul, sogar Hausaufgaben sind schwul. So lange Lehrer in diesen Sprachgebrauch nicht eingreifen, wird sich daran nichts ändern.“

Marco Plein

RZO



Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Mo.
wolkig
10·22°
Di.
wolkig
7·21°
Mi.
wolkig
7·17°
Do.
wolkig
10·17°

Eventkalender
Regioticker
rz lexikon
RZ-Mittelrhein-Marathon
klasse intermedial