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Hamilton: Flecken auf Saubermann-Weste

Sepang Das Image schwer befleckt, das taumelnde Team glanzlos: Nicht einmal der heftige Monsunregen von Malaysia konnte die eklatanten Sorgen vom einstigen Saubermann Lewis Hamilton und seinem Rennstall McLaren-Mercedes wegspülen.

Nur noch weg wollte der Formel-1-Weltmeister von dem Ort, an dem er mit der aufgeflogenen Lügen-Affäre und dem öffentlichen Eingeständnis die dunkelsten Stunden seiner Karriere erlebte. Und auch sportlich konnten die Silbernen wieder nur wenig Erhellendes beitragen: Platz sieben für Hamilton, Kollege Heikki Kovalainen überstand nicht mal die erste Runde beim Abbruchrennen in Sepang.

Zurück blieben an einem ereignisreichen Wochenende jede Menge Spekulationen und ein verunsicherter Rennstall. Britische Medien schlossen sogar einen bislang kaum vorstellbaren Abschied Hamiltons von den «Silbernen» - und der Formel 1 - nicht mehr aus. Teamchef Martin Whitmarsh, erst seit dem 1. März in Amt und Würden, stellte seine eigene Zukunft bei McLaren in Frage. Er sei bereit, seinen Rücktritt anzubieten. Doch die Entscheidung liege bei den Anteilseignern, meinte der Brite.

«Einer der Kritikpunkte an mir ist, dass ich in den Ferien war und dass ich nicht rechtzeitig hier war. Und das bereue ich zutiefst», sagte der sichtlich mitgenommene 50-jährige Whitmarsh. Das Ausmaß der Affäre um die falsche Darstellung Hamiltons und des suspendierten Sportdirektor Dave Ryan habe er falsch eingeschätzt.

Rückendeckung bekam der Nachfolger von Ron Dennis durch Norbert Haug. «Ich halte Martin für kompetent», sagte der Mercedes- Motorsportchef. Es sei kein «latentes Thema, dass wir einen Teamchef in Frage stellen». Als Vertreter des 40-Prozent-Anteilseigners Daimler am Rennstall sitzt der Schwabe im McLaren-Vorstand. Ein Vorfall wie in Melbourne soll sich künftig nicht wiederholen: «Wir müssen absolut präziser werden. Mercedes drückt dabei auf die Tube. Es wird eine ganz klare Dienstvorschrift geben. Die heißt: Wie geht man zum Sportkommissar», meinte Haug weiter.

Ob das reicht, um die Affäre schnell hinter sich zu bringen, bleibt fraglich. Laut «Sunday on Times» soll Hamilton den Ausstieg aus der Formel 1 und den Abschied von dem Team, das ihn groß gemacht hat, erwogen haben. Vater und Manager Anthony soll für die Reinwaschung seines Sohnes bei FIA-Chef Max Mosley interveniert haben. Für McLaren-Mercedes könnte die Affäre laut dem Präsidenten des Automobil-Weltverbandes FIA ein Nachspiel beim Weltrat haben.

Seit Bekanntwerden seiner Falschaussage zum Schaden von Toyota- Pilot Jarno Trulli wirkte Hamilton im Fahrerlager, als sei er auf der Flucht. Er sieht sich mehr als Opfer, angestiftet zur Lüge. Ausgerechnet von Sportdirektor Ryan, der für Hamilton eine wichtige Bezugsperson war, seit McLaren ihn vor zehn Jahren aufzubauen begann. «Ich bin kein Lügner, ich bin kein unehrlicher Mensch! Ich bin nur ein Teamplayer», hatte Hamilton fast schluchzend zu Protokoll gegeben.

Hamilton ist Teil und Produkt des Systems McLaren. Ziel ist Erfolg - und nur der zählt. Erlaubt ist, was nützt. Auch in der Spionage- Affäre um Ferrari-Daten hatte McLaren lange die Wahrheit geleugnet. Die Quittung: 100 Millionen Dollar Strafe und der Ausschluss aus der Konstrukteurs-WM 2007.

Hamilton hat das Erfolgsprinzip verinnerlicht. Wenn es um Siege oder Titel geht, nimmt der junge Brite auf der Strecke keine Rücksicht. Mit seinen 24 Jahren ist Hamilton aber sich selbst und für seine Taten verantwortlich. Haug: «Ich verzeihe ihm, wenn er unter dem Eindruck, womöglich etwas Falsches zu sagen, einmal etwas Falsches gesagt hat. Damit ist der Fall erledigt.» Von Claas Hennig, dpa

dpa-infocom


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