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Hertha BSC suspendiert Patrick Ebert

Berlin - Bundesliga-Spitzenreiter Hertha BSC hat die Konsequenzen aus den nächtlichen Ausschweifungen von Patrick Ebert gezogen und den Mittelfeldspieler hart bestraft.

Wie Manager Dieter Hoeneß erklärte, ist der 22-Jährige «bis auf weiteres» suspendiert und auch vom Training der Profis ausgeschlossen worden. «Diesmal ist er zu weit gegangen», betonte Trainer Lucien Favre und zeigte sich von Verhalten seines Spielers, der ab sofort mit Herthas U23-Team trainieren muss, «enorm enttäuscht».

Neben der Rückversetzung in die Regionalliga-Mannschaft hat Hertha gegen Ebert zudem «eine empfindliche Geldstrafe» ausgesprochen, sagte Hoeneß. Auch U21-Trainer Horst Hrubesch verzichtet für die nächsten Junioren-Länderspiele gegen die Niederlande und Weißrussland auf Ebert, der im Februar beim 1:1 in Irland noch in der Startelf gestanden hatte. Borussia Dortmund kündigte für Kevin-Prince Boateng ebenfalls eine «saftige Sanktion» an, ohne Details zu nennen. «Es geht natürlich überhaupt nicht, dass er zu dieser Uhrzeit unterwegs auf der Straße herumläuft», sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Ebert war am 18. März gegen 3.30 Uhr zusammen mit dem Dortmunder Profi Boateng in Berlin von einer Polizei-Streife angehalten worden. Beide stehen im Verdacht, mehrere Autos beschädigt zu haben. «Mit diesen Vorwürfen hat die Strafe jedoch nichts zu tun», unterstrich Hoeneß. Der Grund für die Sanktionen sei einzig gewesen, dass «Patrick zum wiederholten Mal zu spät unterwegs gewesen war».

Jung-Profi Ebert, der seit 1998 für Hertha spielt, war schon öfter durch Disziplinlosigkeiten aufgefallen. Im Sommer 2007 war er nach einer Alkoholfahrt mit dem Auto in der Berliner City gestoppt worden. Anfangs des Jahres hatte der Mittelfeldakteur den vom Club festgesetzten Zapfenstreich (23.30 Uhr) bei einer Geburtstagsfeier eines Mitspielers bereits überschritten. «Es war wichtig, diesmal ein klares Zeichen zu setzen: Mein lieber Freund, so geht es nicht!», sagte Hoeneß. «Patrick ist ein junger Mensch, der musste jetzt einen vor den Latz bekommen. Allerdings muss man ihm später auch wieder eine Chance geben. Er muss einfach erwachsen werden - er ist schließlich ein Vorbild für junge Leute.»

Sowohl der Manager als auch Trainer Favre bedauerten den Schritt sehr, hätten aber keine Wahl gehabt. «Ich bin tolerant, aber diese Sache jetzt ist einfach unglaublich», betonte Favre, der seinen Spieler noch vor dem Vormittagstraining am Donnerstag von seiner Suspendierung in Kenntnis gesetzt hat. «Es ist immer schlecht für einen Trainer, solche Entscheidungen treffen zu müssen», sagte der Schweizer Coach, «aber in diesem Fall war es schwierig, anders zu reagieren». Die Mannschaft hat der 51-Jährige im Training informiert. «Die Spieler waren traurig», sagte Favre, «aber haben das auch verstanden.»

Hoeneß, der die Entscheidung des Trainers «zu hundert Prozent» mitträgt, sagte: «Es ist natürlich sehr unerfreulich, dass wir uns in dieser Phase mit einem solchen Thema beschäftigen müssen.» Hertha liegt vor dem 25. Spieltag mit vier Punkte Vorsprung auf Platz eins der Bundesliga-Tabelle. Favre hofft, dass die Affäre um Ebert die Konzentration im Team nicht negativ beeinflusst. Hoeneß kann sich sogar einen «Jetzt-erst-recht»-Effekt vorstellen, betonte aber: «Wir sind jetzt alle gut beraten, das Thema abzuhaken.»

dpa-infocom