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In Berlin «gestrandete» Finnin könnte Vormund bekommen

Berlin - Die in Berlin «gestrandete» Finnin wird auch weiterhin die Gerichte beschäftigen.

Eine Richterin prüfe, ob ein Betreuungsverfahren eingeleitet wird, sagte die Gerichtssprecherin Katrin-Elena Schönberg am Dienstag der dpa.

Nach einem solchen Verfahren , früher auch Entmündigung genannt, könne die psychisch kranke Frau einen Vormund bekommen, der auch über ihren Aufenthaltsort bestimmen kann. Dies könne jedoch nur geschehen, wenn ein Gutachter feststellt, dass die Frau selbst nicht mehr in der Lage sei, über bestimmte Bereiche in ihrem Leben mündig zu entscheiden.

Der Irrweg der geistig verwirrten Finnin durch Berlin hat in den vergangenen Tagen die Behörden und Öffentlichkeit in Deutschland und Finnland bewegt. Die Frau hauste von Dezember 2008 an mittellos am Flughafen Tegel, bevor sie Mitte Februar von Polizei und Richtern in einer Psychiatrie untergebracht wurde. Ein Versuch ihrer Familie, sie in ihr Heimatland zurückbringen zu lassen, scheiterte. Die Frau wollte in Berlin bleiben. Deshalb entsprach die Justiz auch nicht einem Attest auf Zwangseinweisung in eine finnische Klinik.

Gerichtssprecherin Schönberg verteidigte die Entscheidungen der Richter: «Das Gericht befindet sich in einer schwierigen Lage. Es darf niemanden gegen seinen Willen festhalten.» Auch könne man die Frau derzeit nicht gegen ihren Willen nach Finnland schicken. «Aber wir beobachten den Fall» sagte Schönberg. Noch am Freitag wurde die Frau, die kein Wort deutsch spricht, aus der Klinik entlassen und lebte dann in einer Obdachlosenunterkunft. Am Dienstag musste sie das Obdachlosenheim verlassen.

Wie Kai Henttonen, Pfarrer der finnischen Gemeinde in Berlin bestätigte, ist der Aufenthaltsort der Frau derzeit nicht bekannt. Die Polizei sucht derzeit nicht nach der Finnin. Einen Medienbericht, wonach besorgte Bekannte der Finnin eine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgegeben hätten, dementierte ein Polizeisprecher. Auch die finnische Botschaft kann nichts im Fall der Finnin unternehmen. Botschaftssprecher Leo Riski sagte bereits am Dienstag: «Die Botschaft kann wenig tun, weil die Frau nicht entmündigt wurde.»

dpa-infocom