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Österreich atmet nach Fritzl-Urteil auf

St. Pölten/Wien - Der «Fall Fritzl» ist zunächst abgeschlossen. Vor allem in seinem Heimatort Amstetten, wo Fritzls «Haus des Grauens» in der Ybbsstraße 40 zum Verkauf steht, dürfte die Bevölkerung aufgeatmet haben.

Dass sie besonders unter dem massiven Medieninteresse der vergangenen elf Monate litt, wurde zuletzt überdeutlich: Aus «grundsätzlichen Erwägungen» gab der Bürgermeister in den Wochen vor dem Prozess keine Interviews mehr. Denn in Amstetten will man sich amtlich auch heute noch keiner Schuld an dem «Jahrhundertverbrechen» Josef Fritzls bewusst sein. Bis heute hat keine Kommission geklärt, wie es geschehen konnte, dass dieser Mann das örtliche Sozialamt jahrzehntelang derart täuschen und sein verbrecherisches Tun verheimlichen konnte. An einen Untersuchungsausschuss werde auch nicht gedacht, hieß es vor dem Prozess in der Stadt.

Der Fall Fritzl, so kann man allenthalben hören, sei ein Einzelfall. Die gesellschaftlichen Verhältnisse in der Alpenrepublik oder gar der kleinbürgerliche Mief in der ländlichen Region, der international als Ursache für das Verbrechen genannt wurde, werden als möglicher Humus für Fritzls lange unbemerkte, oder ignorierte Untaten bestritten. «Dies ist die Tat eines Einzeltäters, nicht das Verbrechen eines ganzen Ortes, oder einer ganzen Nation» mahnte die vorsitzende Richterin Andrea Humer Geschworene und Prozessbeobachter zum Auftakt des Inzest-Prozesses in St. Pölten. Zu den Ursachen sagte sie nichts.

Josef Fritzl war am Donnerstag von einem Schwurgericht in St. Pölten unter anderem wegen Mordes zu lebenslanger Haft und Einweisung in eine Anstalt für zurechnungsfähige, aber geistig abnorme Rechtsbrecher verurteilt worden.

dpa-infocom