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Westernheld Terence Hill wird 70

Rom - Weltweit beliebte Western-Parodien pflasterten seinen Weg, smart und trickreich verpasste er mit seinem immer bärbeißigen Kompagnon Bud Spencer Backpfeifen und Kinnhaken im Dutzend.

Terence Hill («Vier Fäuste für ein Halleluja») hat sich als Schauspieler in brutalen Italo-Western und dann als Komödiant im Sattel einen Namen gemacht. Seine Karriere beschränkte der gebürtige Venezianer darauf allerdings nicht. Noch immer steht der Italiener, der am Sonntag (29.3) seinen 70. Geburtstag feiert, vor den Fernsehkameras - im umbrischen Gubbio wird die bereits siebte Staffel von «Don Matteo» gedreht, in der er einen Priester mit Spürnase und dem Herz auf dem rechten Fleck spielt. Natürlich ist er es, der die TV-Serie zum Riesenerfolg macht.

Wie ein Italiener sieht Terence Hill auf den ersten Blick allerdings nicht gerade aus. Das ist er auch nur zur Hälfte, denn die Mutter des Westernhelden und Frauenschwarms kam aus Deutschland. Der blonde Prügler mit den stahlblauen Augen, der eigentlich Mario Girotti heißt, hatte als Junge sogar ein paar Jahre in Deutschland gelebt. Als er, der erfolgsverwöhnte Schauspieler, vor Jahren die Stätte seiner Kindheit in Lommatzsch bei Dresden besuchte, da konnte er sogar noch etwas sächseln: «Och, ich kann nich glooben, wie schen's hier ist.» Schauspielern war schon als Kind seine große Leidenschaft - 12-jährig erhielt er in Rom seine erste Filmrolle.

Die Filme waren nicht immer künstlerisch sonderlich anspruchsvoll, das störte die Millionen von Fans allerdings nicht. Denn wenn Terence Hill mit Bud Spencer (auch ein Italiener) im Komödianten-Duo auf der Leinwand auftauchte, dann waren Action und Massenkeilereien angesagt. «Gott vergibt, wir beide nie» (1967), «Vier für ein Ave Maria» (1968), «Die rechte und die linke Hand des Teufels» (1970) hießen die großen Hits. Es war die Zeit der «Spaghetti-Western», und für die internationale Karriere brauchte er dann auch einen anderen Namen, «damit sich die Filme besser verkaufen.» Man drückte Mario Girotti eine Liste mit 20 Namen in die Hand und gab ihm 24 Stunden - heraus kam Terence Hill.

Dabei hatte er Erfahrung auch im «ernsten Fach». 1963 spielte er in Luchino Viscontis «Der Leopard» an der Seite von Claudia Cardinale und Burt Lancaster den Freiheitskämpfer Garibaldi. Doch später zog es ihn dann in den wilden Westen zurück: Kassenschlager im deutschen Kino waren Karl-May-Verfilmungen mit ihm, etwa «Winnetou 2» und «Old Surehand». Doch entscheidend sollte das Zusammenspiel mit Bud Spencer bleiben, die beiden Ulknudeln etablierten sich als Duo.

«Wenn Bud und ich zusammen drehen, macht es einfach "klick" und wir sind lustig», meinte Hill einmal. Die Rollen waren klar verteilt: Terence chic, clever und bärenstark, der dicke Bud nur stark. Aber auch solo machte der smarte Frauenheld Karriere, etwa in «Joe, der Galgenvogel», «Mein Name ist Nobody» neben Henry Fonda und «Marschier oder stirb» mit Gene Hackman und Catherine Deneuve. 1984 stand Hill erstmals vor und hinter der Kamera, in «Keiner haut wie Don Camillo». Und die Fans träumen davon, dass das Duo noch einmal zuschlägt.

Der Mann, der privat als sanft gilt und ein Liebhaber der schönen Künste ist, lebt seit drei Jahrzehnten mit seiner Frau, einer Amerikanerin bayerischer Abstammung, auf einer 12-Hektar-Ranch im US-Bundesstaat Massachusetts. Sofern nicht gerade TV-Aufnahmen rufen. Von Hanns-Jochen Kaffsack, dpa

dpa-infocom