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Schwan: Wirtschaftskrise ist tiefe kulturelle Krise

Berlin - Die Wirtschaftskrise weist nach Einschätzung der SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, Gesine Schwan, weit über den Finanzbereich hinaus.

«Ich meine, dass diese Krise nicht nur eine finanztechnische, eine wirtschaftliche, sondern eine tiefe kulturelle Krise ist, die sich seit Jahren anbahnt und erkennbar ist», sagte Schwan in Berlin. Individuelles Fehlverhalten reiche als Erklärung nicht aus. Die Krise habe vielmehr einen sehr viel tieferen systemischen Grund: «Die völlig entfesselte globale Konkurrenz, die zur täglichen Lebensweise geworden ist.»

Schwan sprach von einer Perversion sowohl der wirtschaftlichen Konkurrenz als auch des menschlichen Lebens. «Da müssen wir ran: Wir müssen diese Entfesselung zurücknehmen, den Wettbewerb wieder zivilisieren - nicht nur mit rein technischen Mitteln, sondern bis in die Tiefe der kulturellen Dimension hinein», forderte Schwan.

Am 5. April will Schwan in Hamburg eine Rede zur Globalisierung halten. Zuletzt hatte sich Bundespräsident Horst Köhler am Montag in seiner «Berliner Rede» mit der globalen Krise beschäftigt, das Fehlverhalten von Managern gegeißelt und ein neues kontrolliertes Finanzsystem gefordert.

Mit Blick auf die Wahl des Staatsoberhaupts, bei der Schwan am 23. Mai gegen Köhler antritt, gab sich die SPD-Kandidatin zuversichtlich. Sie habe ihre Chancen immer als gut angesehen. «Ich glaube, dass das Verhältnis ungefähr ausgewogen ist zwischen Herrn Köhler und mir.»

In der Bundesversammlung, die sich aus 1224 Delegierten des Bundestages und der Länder zusammensetzt, hatten sich zuletzt die Stimmenverhältnisse zuungunsten Köhlers verschoben. Schuld daran waren Pannen bei der Nominierung von CDU-Kandidaten in Sachsen und die Listenverbindung von SPD und Grünen in Bayern, die der CSU einen Sitz wegnimmt.

Union und FDP stellen in der Bundesversammlung 604 Delegierte. Zusammen mit den 10 Freien Wählern aus Bayern würde es für eine knappe Mehrheit für Köhler reichen. SPD und Grüne haben zusammen 514 Stimmen. Die Linken, die mit dem Schauspieler Peter Sodann antreten, verfügen über 90 Stimmen. Würden diese Schwan zufallen, hätte dieser Block 604 Stimmen. Gibt es in den ersten beiden Wahlgängen keine absolute Mehrheit, ist im dritten Wahlgang gewählt, wer die meisten Stimmen auf sich vereint.

dpa-infocom