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Bahnchef Mehdorn tritt zurück

Berlin - Bahnchef Hartmut Mehdorn tritt nach massivem Druck wegen der Datenaffäre zurück.

Er habe dem Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Müller eine Auflösung seines Vertrages angeboten, sagte der 66-Jährige am Montag bei der Bilanzpressekonferenz in Berlin.

Er gehe davon aus, dass noch vor der Sommerpause ein Nachfolger vorgestellt werde. Mehdorn stand fast zehn Jahre an der Spitze der bundeseigenen Bahn. Sein Vertrag lief noch bis 2011.

Mehdorn betonte, er habe sich persönlich nichts Unrechtes vorzuwerfen. Er bekräftigte, dass es bei Datenabgleichen und Kontrollen von E-Mails keine strafrechtlich relevanten Vorgänge gegeben habe. In der aufgeheizten Diskussion sei eine sachliche Aufklärung nicht möglich.

Als Vorstandschef trage er selbstverständlich die Gesamtverantwortung für das, was in der Deutschen Bahn passiert oder eben nicht. Das sei unabhängig davon, ob er davon gewusst habe oder nicht. «Dieser Verantwortung will ich mich nicht entziehen», sagte er.

Ein Führungswechsel sei in der derzeitigen Wirtschaftskrise ein zusätzliches Risiko für das Unternehmen. Dies müssten aber andere verantworten. Mehdorn beklagte, es handele sich in der derzeitigen Debatte um eine «Kampagne zur Veränderung der Unternehmensführung und der Unternehmenspolitik.»

Die Vorsitzenden der Gewerkschaften Transnet und GDBA, Alexander Kirchner und Klaus-Dieter Hommel zollten Mehdorns Entscheidung Respekt. «Es ist die logische Konsequenz aus der Schnüffelaffäre und unserer entsprechenden Forderung vom vergangenen Freitag. Wir erwarten jetzt von der Politik ein klares Bekenntnis, welchen Weg die Bahn künftig gehen soll», heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden.

dpa-infocom