Neue Stammzellen-Regeln der USA «ein Kompromiss»
New York/Washington US-Forscher werden bei Arbeiten mit embryonalen Stammzellen auch in Zukunft nicht völlig freie Hand haben.
Das geht einem Entwurf für Stammzellenprojekte hervor, die unter der neuen US-Regierung Anspruch auf staatliche Förderung haben sollen.
Er wurde am Freitag von den Nationalen Gesundheitsinstituten (NIH) in Bethesda bei Washington veröffentlicht und soll dem US-Kongress demnächst zur Abstimmung vorgelegt werden, berichtete die «New York Times» am Samstag.
Danach dürfen US-Forscher auch künftig nur embryonale Zellen aus Fruchtbarkeitskliniken benutzen, wenn sie staatliche Gelder für ihre Arbeit beantragen wollen. Wichtig sei, dass die Embryonen nicht mehr zur Behandlung benötigt werden und anderenfalls entsorgt würden. Projekte mit Embryonen, die eigens für die Forschung erzeugt wurden, sollen dagegen auch weiterhin keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung haben, berichtete die Zeitung.
Experten bezeichnen das Konzept als «Kompromiss», der Aussicht auf Zustimmung des Kongresses haben dürfte. Allerdings hatte US-Präsident Barack Obama im Wahlkampf versprochen, alle Schranken für staatlich finanzierte Stammzellprojekte aufheben zu wollen. Sein Vorgänger George W. Bush hatte mit Rücksicht auf christlich-konservative Wähler kaum mehr als eine Handvoll embryonaler Stammzelllinien zugelassen, die vor einem Stichtag im Sommer 2001 erzeugt worden waren. Diese Beschränkung ließ die amerikanische Stammzellenforschung im internationalen Vergleich in den letzten acht Jahren deutlich zurückfallen.
dpa-infocom
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