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Natur

Nordsee-Stör kehrt in heimische Flüsse zurück

Bremervörde Der Nordsee-Stör kehrt in seine Heimat zurück: Tierschützer haben am Samstag in der Oste bei Bremervörde (Niedersachsen) 50 der in Deutschland seit langem ausgestorbenen Fische ausgesetzt.

Die Gesellschaft zur Rettung des Störs erhofft sich Erkenntnisse darüber, ob die Fische heute wieder in der Elbe und ihren Nebenflüssen überleben können. «Wir wollen sehen, welche Voraussetzungen für eine Wiederansiedlung nötig sind», sagte Stör-Experte Jörn Geßner. «Die Fische sind vor so vielen Jahren ausgestorben, dass wir nur wenig über sie wissen.»

Alle ausgesetzten Jungfische tragen eine Markierung an der Flosse. «Wenn Fischer sie fangen, können sie uns Bescheid sagen, wo sie das Tier gefunden haben und wie groß es ist», erläuterte Geßner. Den seltenen Fang müssten sie aber sofort zurück ins Wasser werfen.

Die Informationen sollen den Tierschützern zeigen, wie weit die Fische wandern und wie schnell sie wachsen. Daraus lasse sich ableiten, ob die Gewässer geeignet sind. Ein Tier erhält zusätzlich einen Funksender, um die Wanderbewegung aufzuzeichnen. Bis zu einem Alter von etwa vier Jahren leben junge Störe in Flüssen. Dann wandern sie ins Meer, kehren zum Laichen aber in ihre Heimatgewässer zurück.

Im vergangenen Jahr hatten die Tierschützer schon einige Störe in der Mittelelbe ausgesetzt. Im Hamburger Hafen verloren sie jedoch das Signal des Funksenders. Deshalb starten sie nun einen neuen Versuch in der Oste, die weiter nördlich in die Niederelbe mündet und eine überdurchschnittliche Wasserqualität aufweist.

Bereits 1920 hatte der deutsche Fischereiverband Teile des Flusses als Schongebiet für den Nordsee-Stör ausgewiesen. Doch das half nicht viel: Überfischung, Umweltverschmutzung und Gewässerbebauung ließen die uralte Fischart aussterben. Heute leben nur noch in Frankreich vereinzelte Exemplare, die nun bei der Wiederaufzucht helfen.

dpa-infocom




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