Experte verteidigt Gebärmutterhalskrebs-Impfung
Halle Die Ständige Impfkommission rät jungen Mädchen weiterhin zur Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs.
Ihr Vorsitzender Friedrich Hofmann sagte am Montag dem Sender «MDR Sputnik», er stehe zu der Entscheidung vor zwei Jahren und empfehle die Impfung auch heute grundsätzlich.
Es habe sich gezeigt, «dass sie eine sehr gute Wirkung hat und wenig Nebenwirkungen». Eine Arbeitsgruppe der Kommission am Berliner Robert Koch-Institut habe sich erst vor wenigen Wochen noch einmal mit der Impfung beschäftigt. Ergebnis: «Es gibt keine neuen Erkenntnisse, die gegen die Impfung sprechen würden.»
Die bundesweite Impfung von 12 bis 17-jährigen Mädchen war von mehreren Medizinern kritisiert worden. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Kliniken, Ärzten und Krankenkassen hat im Dezember gefordert, die aufgeworfenen Zweifel an der Effektivität der HPV-Impfung wissenschaftlich zu prüfen. Zusätzlich forderte er eine Kosten- Nutzen-Bewertung, auch angesichts der im internationalen Vergleich hohen Kosten der betreffenden Impfmittel in Deutschland.
Zu den Zweifeln am Nutzen der Impfung sagte Hofmann, «wenn jemand schon infiziert ist, dann hilft die Impfung nicht mehr». Wenn aber Mädchen im Alter von 12 bis 17 und vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft würden, «hat man eine fast hundertprozentige Wirkung gegen die beiden krebserzeugenden Virustypen, die in dem Impfstoff enthalten sind». Diese beiden Virustypen machen laut Hofmann rund 70 Prozent der Erkrankungen aus.
dpa-infocom
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