Mediziner: Mehr Blutsparen in der Intensivmedizin
Wiesbaden Angesichts stetig sinkender Blutspenden rät der Medizin-Professor Lothar Engelmann zum sparsamen Umgang mit Blutkonserven in der Intensivmedizin. Die Patienten könnten davon sogar profitieren.
Das erklärte der Leiter der Internistischen Intensivmedizin am Universitätsklinikum Leipzig am Dienstag in Wiesbaden. Eine Studie habe gezeigt, das eine Zurückhaltung bei Transfusionen zu höheren Überlebensraten führten. Ausgenommen davon seien Patienten mit Herzinfarkt und Angina pectoris.
Entscheidend ist laut Engelmann der Wert des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Bei Gesunden liege er um 14 Gramm pro Deziliter Blut. Ein Wert zwischen sieben und neun bei kritisch Kranken ergebe nach der Studie bessere Überlebensraten als ein Wert größer als neun. Außerdem enthielten Blutkonserven weiße Blutkörperchen, die vorhandene Entzündungen verstärken könnten.
Engelmann erwartet wegen einer sinkenden Bereitschaft zur Blutspende und eines steigenden Bedarfs an Blutkonserven etwa um das Jahr 2015 herum Engpässe in der Versorgung. Sparmöglichkeiten ergäben sich auch, wenn Ärzte Patienten seltener als bisher Blut für Untersuchungen entnähmen. Manchen Patienten würden bis zu 15 Mal am Tag Blut entnommen. Die häufige Blutentnahme sei mit ein Grund dafür, dass Patienten Transfusionen benötigten.
dpa-infocom
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